Lena Meyer-Landrut und Alexander Fehling bei der Vorstellung des 3-D-Animationsfils „Tarzan“ in München Foto: Constantin Film/Gisela Schober

Mehr als 100 Mal wurde die Geschichte des Urwaldmenschen Tarzan verfilmt. Für den Animationsfilm, der am Donnerstag in die Kinos kommt, leihen Schauspieler Alexander Fehling (Tarzan) und Sängerin Lena Meyer-Landrut (Jane) den Figuren ihre Stimme. Im Interview sprechen sie über das Leben im Show-Dschungel.

München - Die Geschichte des Urwaldmenschen Tarzan fasziniert seit mehr als 100 Jahren. Am Donnerstag kommt sie als 3-D-Animationsfilm in die Kinos – Lena Meyer-Landrut spricht darin Jane.

Frau Meyer-Landrut, Herr Fehling, kaum ein Stoff wurde so häufig verfilmt wie Tarzan. Warum ist die Geschichte des Dschungelhelden immer wieder interessant?
Fehling: Es geht um Nacktheit und Sex! (Lacht)
Meyer-Landrut: Diese Filme spiegeln immer ihre jeweilige Generation wider. In dem „Tarzan“, den wir gesprochen haben, sind Story-Elemente enthalten, die in älteren „Tarzanen“ kein Thema waren. Der Naturschutzgedanke zum Beispiel.
Welcher war Ihr erster Tarzan?
Meyer-Landrut: Der Disney-Tarzan mit dem Soundtrack von Phil Collins.
Fehling: Johnny Weissmüller in Schwarz-Weiß und dann Christopher Lambert in „Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen“. Den fand ich sehr gut, klassisch, nah am Original.
Keiner dieser Filme kommt ohne die berühmte „Ich Tarzan – Du Jane“-Szene aus. War das Einsprechen ein besonderer Moment?
Fehling: Das war mein einziger richtiger Text. Insofern herrschte ein großer Erwartungsdruck. Wir haben die Szene nicht zusammen synchronisiert, wir waren einzeln im Studio. Ich musste schon ein wenig herumprobieren. Es ist ein schmaler Grat, dass es nicht albern oder blöd wirkt. Ich mochte den Moment besonders, in dem Tarzan zum ersten Mal ein Wort spricht.
Meyer-Landrut: Für mich war die Situation eher lustig. Meine Regieanweisung lautete, wie mit einem kleinen Kind zu reden, das schwerhörig ist. Ich sollte sagen: „Mein Naaame ist Jaaane. Wie iiist dein Naaame?“ Es ist auch schwieriger zu kommunizieren, wenn man dabei nicht angeschaut wird. Man kann keine Emotionen über Gestik oder Mimik transportieren, man muss alles sehr klar mit der Stimme machen.
Fehling: Und ich sollte so sprechen, als wäre es mein allererstes Mal. Es war sehr interessant, in der Vorstellung so weit zurückzugehen, als hätte man dieses Wort, das man von sich geben soll, noch nie gehört.
Wie fühlt es sich an, im Studio den ganzen Tag über nur Laute und Schreie von sich zu geben?
Fehling: Urzeitlich und frei! Das Ganze dauerte neun bis zehn Stunden, man will ja vorwärtskommen. Man bewegt sich viel im Studio, damit die Laute nicht nur „gemacht“ sind. Man schaut sich sehr genau an, wie sich die Figur in dieser Szene bewegt, was der Körper macht. Das versuche ich dann im Studio genauso zu machen. Mir machen solche Sachen großen Spaß. Man spielt einfach herum wie auf einem Spielplatz. Tarzans ikonischer Schrei wurde übrigens im Rechner „gebaut“. Alle Schreie drum herum stammen aber von mir.
Sind Sie naturaffin oder eher richtige Großstadtmenschen?
Fehling: Ich habe mich immer für einen Großstädter durch und durch gehalten. Heute merke ich immer öfter, dass Natur schon glücklich macht. Klingt wie eine Binsenweisheit, stimmt aber tatsächlich.
Meyer-Landrut: Ich finde Natur gut, aber ich habe trotzdem gerne WLAN. Auch in einer schönen, einsamen Berghütte in der Schweiz würde ich abends gern eine Stunde lang E-Mails checken.
Wie lange würden Sie im Dschungel überleben?
Meyer-Landrut: Ich glaube, ich würde schon ein paar Tage durchhalten. Man kennt ja aus Büchern so ein paar Survival-Tricks. Ich ­habe keine Angst vor Vogelspinnen oder Schlangen, das ist alles nicht so schlimm. Ich habe nur eine total lächerliche Phobie vor Tieren, die lange, dünne Beine haben und sich schnell fortbewegen. Weberknechte zum Beispiel. Da flippe ich völlig aus.
Welches Geschäft ist der größere Dschungel, die Musik- oder die Filmindustrie?
Meyer-Landrut: Ich kenne eigentlich nur die Musikindustrie richtig. Aber ich habe schon den Eindruck, dass die Schauspielbranche der größere Dschungel ist. Man muss um eine Rolle wirklich kämpfen.
Fehling: Musst du in der Musikbranche nicht auch kämpfen?
Meyer-Landrut: Ich habe eher das Gefühl, dass da auch viel Glück dabei ist. Man macht ein Album, und es funktioniert – oder auch nicht.
Fehling: Ich kann meinen Beruf nicht alleine ausüben. Ich kann nicht zu Hause sitzen und einen Song schreiben, ich bin davon abhängig, dass es ein gutes Buch gibt, einen guten Regisseur und gute Kollegen. Ich kann die Leute alle gar nicht aufzählen, die es braucht, damit am Ende etwas Tolles herauskommt. Auf der anderen Seite arbeite ich auch viel nach meinem Instinkt, nach meiner Sicht der Dinge.
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