Wasserrohrbrüche lösen immer wieder kleine Überschwemmungen aus. Foto: Archiv/Bischof

Die Wasserrohrbrüche häuften sich in letzter Zeit. Zuletzt waren gleich vier Straßen gleichzeitig betroffen. Die Statistik gibt das allerdings nicht her, sagen die Stadtwerke und kündigen ein Überwachungsgeräts an.

Böblingen - Ist die Stadt dort, wo keiner hinsieht ziemlich brüchig? Ein Blick auf die Straßensperrungen der vergangenen Wochen legt diese Deutung nahe. Im eh nicht gerade überschaubaren Meldungs-Dickicht von Umleitungen und nicht befahrbaren Straßen ragte eine Ursache heraus: der Wasserrohrbruch. Immer wieder wurden von der Stadtverwaltung Lecks im Wassernetz als Grund für die Sperrungen genannt – zuletzt waren gleich vier Straßen gleichzeitig betroffen – alle im Bereich der Wohngebiete Murkenbach/Tannenberg.

 

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Zufall? Nein, sagt Birte Engel. Die Sprecherin der für das Leitungsnetz zuständigen Stadtwerke Böblingen erläutert, dass es sich bei der Vierfach-Reparatur im Böblinger Osten um eine geplante Aktion handelte. Da dort nur kleinere Lecks zu verzeichnen waren, bei denen das Wasser nicht im Schwall entwich, und die defekten Rohre in einem Gebiet nahe beieinander lagen, haben die Stadtwerke diese Schäden bei einem Einsatz repariert. „Wir fügen das zusammen“, sagt Birte Engel, „das spart nicht nur Kosten, sondern erleichtert auch die Verkehrsmaßnahmen.“ Denn Wasserrohrbrüche bedeuten auch immer einen Eingriff in den Straßenverkehr: Obwohl das Leck meist in wenigen Stunden abgedichtet ist, folgen den Wasserleuten stets die Asphaltarbeiter. Die sind vom Wetter abhängig und können dem Verkehr erst wieder freie Bahn gewähren, wenn der neue Belag trocken ist.

40 Mal reißen die Arbeiter die Straßen in diesem Jahr auf

190 Kilometer umfasst das Wasserleitungsnetz der Stadt Böblingen. Ein Teil der Leitungen tut ihren Dienst im Untergrund bereits seit 70 Jahren. „Die ältesten Rohre stammen aus den 1950er Jahren“, sagt Birte Engel. Im Schnitt haben die Leitungen, die die Stadt durchziehen, 50 Jahre auf dem Buckel.

Ein Alter, in dem Lecks unvermeidbar sind. Rund 40 Mal werden die Leute von den Stadtwerken in diesem Jahr die Straßen der Stadt aufreißen müssen, um unkontrollierten Wasserrausbruch im Untergrund zu beheben. Ein guter Wert, sagt Birte Engel und weist auf eine fallende Tendenz hin. Im Jahr 2019 zählten die Stadtwerke 69 Löcher in den Leitungen, im Jahr 2012 waren es 104. „Wir investieren seit Jahren viel Geld in die Sanierung und das zahlt sich aus“, betont Engel. Im vorigen Jahr gab die städtische Tochtergesellschaft rund eine Million für die Sanierung des Leitungsnetzes und akute Reparaturen aus, in diesem Jahr werden es wohl 1,5 Millionen Euro werden.

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Zu dieser Summe trug auch ein Einsatz vor wenigen Tagen in der Herrschaftsgartenstraße bei. Dort kam es zu einem spontanen Rohrbruch, der jede Menge Wasser in den Untergrund pumpte. Sofortiges Handeln war notwendig – ohne Rücksicht auf Sperrungen und Umleitungen. Das Leck, erzählt Birte Engel, wurde schlussendlich während eines Nachteinsatzes repariert. Für den Verkehr jedoch waren die Folgen einige Tage spürbar – bis die Straßenarbeiten erledigt waren.

Elektronische Überwachung kommt zum Einsatz

Ab den kommenden Jahren hoffen die Stadtwerke, solche Schäden vermeiden und das Geschehen im Untergrund besser überwachen zu können. Dann kommt ein elektronisches Überwachungsgerät zum Einsatz. Das wird in der Lage sein, rechtzeitig Alarm zu schlagen, wenn ein Rohr Schwäche zeigt.