Auf dem Parkplatz beim Ladenzentrum brauchen Kunden eine Parkscheibe. Foto: Ott

Von einem privatwirtschaftlichen Parkwächter werden Kulanz und Kundenfreundlichkeit gefordert. Dabei steht eigentlich wer Anderes in der Pflicht: die Supermarktkette, die den Parkwächter beauftragte und ihren Kunden Sorglosigkeit versprach.

Leinfelden - Der Hauptmieter im Ladenzentrum in Leinfelden hat sich eine Lösung für den Parkplatz gewünscht. Dass es sich bei diesem Hauptmieter um Edeka handelt, bestätigt der Grundstückeigner Nanz zwar nicht, er dementiert es auf Nachfrage aber auch nicht. Gehen wir also davon aus, dass Edeka die Parkscheiben-Regelung vorangetrieben hat, damit die Kunden wieder genug Stellplätze vor dem Laden finden. Der Hintergedanke wäre dann Kundenfreundlichkeit gewesen.

Mit Park Security wurde vertraglich vereinbart, dass die Firma – nach einer zweiwöchigen Schonfrist – vom 1. April an Knöllchen verteilt. Als sich von den Strafzetteln überrumpelte Kunden daraufhin bei Edeka beschwert haben, hat der Supermarkt Kulanz zugesagt.

Was vermutlich keiner geahnt hatte: Die Geister, die sie riefen, waren nicht mehr einzufangen. Nanz und Edeka haben offenbar versucht, diese Kulanz beim Dienstleister herauszuschlagen. Dass sich Park Security darauf nicht eingelassen hat, ist das gute Recht der Firma. Deren Geschäftsmodell finanziert sich schließlich über die Knöllchen. Es bleibt die Frage, wer letztlich die vom Inkasso-Büro geforderten Strafen begleicht.

Es spricht vieles dafür, dass es hier an Edeka ist, sich kulant zu zeigen. Es hat laut Kundenerzählungen schließlich die Zusage gegeben, dass sich der Supermarkt kümmert. Das sollte er dringend tun – unabhängig davon, ob die Kunden dieses Versprechen schriftlich haben. Warum? Na, aus Kundenfreundlichkeit.

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