Die Stadt Leinfelden-Echterdingen will Grundstücke verkaufen, um ihren Etat zu sanieren. Auch ein Gelände an der Lammkreuzung soll auf den Markt kommen.
Die Stadt Leinfelden-Echterdingen will – über kurz oder lang – einige ihrer Grundstücke verkaufen. Hintergrund ist die finanziell schwierige Lage der Kommune. Der einst reichen Stadt Leinfelden-Echterdingen geht das Geld aus. Auf der Liste der zum Verkauf vorgeschlagenen Areale findet sich das Renault-Gelände, auf dem bis vor kurzem noch Geflüchtete in Containern untergebracht waren, genauso wie das Moschee-Grundstück in Oberaichen und verschiedene Grundstücke, auf denen Mietshäuser stehen. Zu den ausgeguckten Flächen gehört auch jenes an der Echterdinger Hauptstraße 99. Dort ist neben einem Bestattungsinstitut das christliche Jugendcafé Domino zu finden. Auch das Areal an der Hauptstraße 109 soll im Übrigen verkauft werden. Dort war das Angebot der evangelischen Kirchengemeinde bis zum Jahr 2016 zu finden.
Ein Ort für alle Jugendliche aus Echterdingen
Das Domino ist ein Angebot „für junge Leute, die sonst wenig Möglichkeiten haben, sich zu treffen“, sagt Daniel Vögele, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde. Träger des Cafés ist zwar die evangelische Kirchengemeinde, das Angebot richtet sich aber bewusst an alle Jugendliche. Viele junge Menschen mit Migrationshintergrund kommen. Sie können dort mit Freunden Zeit verbringen, gegen einen Boxsack hauen, kreativ sein und sich auch mit ihren Fragen und Nöten an die beiden Sozialarbeiter wenden. „Dass Jugendliche einen Ort haben, wo sie einfach sein können, das ist wichtig“, sagt der Pfarrer. Die Arbeit des Dominos werde von der Kirchengemeinde sehr geschätzt und ernst genommen. Es gebe keinerlei Notwendigkeit diese aufzugeben. Im Gegenteil: Man wolle sich weiterhin für eine offene Kinder- und Jugendarbeit im Ort einsetzen.
In Leinfelden-Echterdingen gibt es mit dem Areal in Leinfelden, dem Jugendtreff Forum in Stetten und dem Jugendcafé Domino in Echterdingen drei offene Angebote für Jugendliche, die auch miteinander vernetzt sind. Hinzu kommen die Jugendfarm und der Abenteuerspielplatz. Das Domino liegt direkt an der Echterdinger Lammkreuzung. Das Haus sei in einem relativ schlechten Zustand, sagt der Pfarrer; die Räume seien nicht ideal für Jugendräume. Er hofft, dass die Stadt im Falle eines Grundstücksverkaufs bei der Suche nach neuen Räumen behilflich sein wird.
Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell schreibt unserer Zeitung: „Das zuständige Fachamt wird sich zunächst intern einen Überblick über die Vermarktungschancen der einzelnen Liegenschaften verschaffen.“ Und bezieht sich damit auf sämtliche Grundstücke, die verkauft werden sollen, weil es der Stadt finanziell nicht gut geht. Er schreibt weiter: „Dabei werden auch bestehende Verträge und Kooperationen wie im Fall des Domino zu berücksichtigen sein.“ Selbstverständlich werde das Fachamt zu gegebener Zeit direkt mit den jeweiligen Liegenschaftsnutzern in Dialog gehen und bei der Suche nach Alternativen behilflich sein.
Der bauliche Zustand des Gebäudes, in dem das Domino untergebracht ist, könnte besser sein, sagt auch der Bürgermeister. Eine Idee wäre aber auch, dem Jugendcafé in dem neuen Gemeindehaus eine Heimat zu geben, das die evangelische Kirchengemeinde in Echterdingen plant. „Für diese Art der Jugendarbeit ist es wichtig, dass sie in städtischen Räumen stattfindet“, sagt der Pfarrer dazu. Unabhängig von der räumlichen Situation wird die Stadt die Arbeit des christlichen Jugendcafés finanziell weiter unterstützen, macht Bürgermeister Kalbfell deutlich. Erst im Sommer 2024 hatte der zuständige Gemeinderatsausschuss eine weitere Förderung der Einrichtung bis Ende 2029 beschlossen.