Stadtwerke-Chef Wolfgang Schauer in der Heizzentrale in Leinfelden. Foto: Malte Klein

Wolfgang Schauer geht nach 14 erfolgreichen Jahren als Stadtwerke-Chef in den Ruhestand.

Leinfelden-Echterdingen - Im Jahr 1997 ist das Aufgabenfeld der Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen überschaubar gewesen. Die Gesellschaft kümmerte sich um die Wasserversorgung – das Ursprungsgeschäft – die Abwasserbeseitigung und die Tiefgarage Zehntscheuer. In den Jahren darauf baute Wolfgang Schauer als erster und zugleich kaufmännischer Betriebsleiter das Aufgabenspektrum immer weiter aus. „In diesen fast 15 Jahren konnten wir viel bewegen“, sagt er. Am 22. März wird der 65-Jährige verabschiedet. Der Stadtwerkechef geht in den Ruhestand.

Im ehemaligen Rathaus Stetten, dem heutigen Stadtwerkegebäude, sitzt Schauer in seinem Büro an einem runden Tisch und erzählt von seiner Amtszeit. „Als Stadtwerke haben wir vieles umgesetzt. Wir haben etwa die Kanalsanierung vorangetrieben und Regenrückhaltebecken gebaut.“ Es sei auch gelungen, den Wasserverlust von 20 auf sechs Prozent zu reduzieren. „Damit liegen wir nun deutlich unter dem üblichen Wert von zehn Prozent.“ Die Strategie war einfach: Die Stadtwerkemitarbeiter schotteten nachts ein Abteil ab, wenn fast nichts aus den Leitungen entnommen wird, und schauten am nächsten Tag, ob Wasser fehlte.

Berufliche Wurzeln im Finanzwesen

Der 65-jährige gebürtige Echterdinger absolvierte eine Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst und begann im Jahr 1970 bei der noch selbstständigen Gemeinde Musberg als Beamter im Finanzwesen. Später wurde er Leiter des Rechnungsprüfungsamts und des Personalamts in der neu gegründeten Stadt Leinfelden-Echterdingen.

Am Anfang seiner Amtszeit bei den Stadtwerken 1997 begannen diese damit, die Wärmeversorgung im Bereich Neuer Markt in Leinfelden und im Baugebiet Gärtlesäcker in Echterdingen aufzubauen. In den Blockheizkraftwerken wird aus Gas Strom und Wärme erzeugt. Derzeit beliefern die Stadtwerke die Gebäude der Stadt mit Strom und Gas. „Wir beliefern noch nicht den Endkunden“, sagt Schauer. Das sollte aber das Ziel sein. Ich hoffe, dass der Gemeinderat mitzieht.“

Geschäfte mit Strom und Wärme

Bisher konnte das Geschäft mit Strom und Wärme stark ausgebaut werden. Das Blockheizkraftwerk in der Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden haben die Stadtwerke von der EnBW übernommen, es erneuert und ausgebaut. „Heute nutzen wir die Wärme und den Strom für den Verbund aus der Schule, der Filderhalle und dem Hallenbad Leinfelden.“ Früher wurde beides ins Netz eingespeist. So gibt es weniger Energieverlust in der Leitung.

Eine Wärmeversorgung für das Stadiongelände wurde aufgebaut und wird noch ausgebaut. Außerdem wurden Fotovoltaikanlagen erstellt. Weitere sind geplant. Zusammen mit Landwirten bauten die Stadtwerke eine Biogasanlage. „Wir haben uns in einer Arbeitsgruppe mit den Landwirten reingekniet und uns am Anfang Anlagen angeschaut, um einen Typ auszuwählen.“ Biogas war Neuland für Schauer und seine Mitarbeiter. Anfang 2006 kamen der Baubetrieb und die drei Park-and-Ride-Anlagen in der Stadt zu den Stadtwerken hinzu. So stieg auch die Zahl der Mitarbeiter.

Plädoyer für eine Netzübernahme

Schauer hat angeregt, dass sich der Gemeinderat Gedanken macht über die Frage, ob die Stadtwerke das Stromnetz Anfang 2013 übernehmen. Dafür müsse ein Millionenbetrag bezahlt werden. „Es würde Synergien bringen, weil wir Leitungen für Gas, Strom und Wasser gemeinsam verlegen könnten. Der Tiefbau ist bekanntermaßen kostspielig.“

Wer Schauers Nachfolger wird, ist nicht entschieden. „Der Gemeinderat wird die Voraussetzungen festlegen. Denn die Stelle des technischen Betriebsleiters ist auch vakant.“ Die Ausschreibung werde noch im Frühjahr oder Sommer erfolgen.

Auch wenn Schauer ab April nicht mehr Stadtwerkechef ist, arbeitet er weiter. „Meine Amtszeit als nebenamtlicher Geschäftsführer der Filderwasserversorgung geht erst Ende 2014 zu Ende. Damit mache ich noch weiter, damit ich geistig rege bleibe“, sagt Schauer und lächelt. Er schätzt, dass er halbtags arbeiten wird. Der Ausgleich wird die Familie sein: „Ich habe gerade mein erstes Enkelkind bekommen. Ich denke, es wird mir nicht langweilig.“

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