Laut OB Roland Klenk gibt es jetzt wichtigere Dinge, als sich um eine neue Mitte zwischen den Stadtteilen Leinfelden und Echterdingen zu kümmern. Foto: Archiv Thomas/ Krämer

Oberbürgermeister Roland Klenk will sich nun verstärkt um die Sorgen der Bürger von Leinfelden-Echterdingen kümmern. Dafür müssen andere Projekte geschoben werden.

Leinfelden-Echterdingen - Leinfelden-Echterdingen kümmert sich vorerst nicht um eine neue, grüne Mitte zwischen den Stadtteilen Leinfelden und Echterdingen. Das Projekt, das Teil der internationalen Bauausstellung 2027 sein sollte und von dem sich die Stadt nicht weniger versprochen hatte, als die Chance, eine über die Stadtteilgrenzen hinausgehende Identität zu entwickeln, wird geschoben.

„Arbeitslosigkeit, geminderte Einkünfte, wo bekomme ich eine Kinderbetreuung, was passiert an den Schulen, wo kann ich bezahlbar wohnen... Wir müssen jetzt und in nächster Zukunft noch mehr als bisher für unsere Bürger da sein, die von zahlreichen Sorgen bedrängt werden“, erklärte Oberbürgermeister Roland Klenk am Dienstag im Gemeinderat diesen Schritt. Vor diesem Hintergrund habe er sich gefragt, ob jetzt der richtige Zeitpunkt sei, dieses komplexe und umstrittene Projekt anzugehen. „Mein Eindruck ist, dass wir hier noch ein oder zwei Jahre zuwarten können.“ Die Kräfte der Stadtverwaltung müssten vielmehr gebündelt und auf die aktuellen Bedürfnisse der Bürger konzentriert werden. So sahen das dann auch sämtliche Fraktionen.

Die Zeichen stehen auf Verzicht

Aber auch sonst stehen die Zeichen auf Verzicht. Die finanzielle Lage der Stadt entwickelt sich aufgrund der Corona-Krise nach unten. Laut Stadtkämmerer Tobias Kaiser muss die Stadt in diesem Jahr nach aktuellem Stand mit 15 Millionen Euro weniger Einnahmen auskommen. Einbrüche sind bei der Gewerbe-, und Einkommenssteuer zu erwarten, noch gibt es ein Plus bei der Umsatzsteuer.

„Wir müssen uns genau überlegen, welche Projekte wir uns noch leisten können“, sagte SPD-Stadträtin Barbara Sinner-Bartels in der Sitzung. Darüber werden sich die Fraktionen und die Verwaltungsspitze kurz nach Pfingsten den Kopf zerbrechen. Ein Nachtragshaushalt muss erstellt werden, was die SPD-Fraktion beantragt hatte. Dabei wird auch ein Vorstoß der Freien Wähler/FDP behandelt werden. Sie wollen den Gewerbesteuer-Hebesatz – befristet für zwei Jahre – von 390 auf 340 Punkte senken und so der örtlichen Wirtschaft helfen. Auf Anregung der CDU wird auch darüber gesprochen werden, welche Branchen von der Krise besonders betroffen sind und welche nicht.

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