Die Pflastersteine zwischen der Kirche und dem Rathaus in Echterdingen ragen an einigen Stellen aus dem Boden heraus. Foto: Philipp Braitinger

Ist die Zeit der Pflastersteine vorbei? An immer mehr Orten gilt der historisch anmutende Straßenbelag als Stolperfalle. In Leinfelden-Echterdingen wird jetzt an mindestens zwei Stellen asphaltiert.

Leinfelden-Echterdingen - Vor allem Fußgänger und Radfahrer sind gefährdet. Sowohl in der Kanalstraße beim Zeppelinplatz in Echterdingen als auch auf der Schönbuchstraße vor der Schönbuchschule in Leinfelden sollen zwei Abschnitte, an denen derzeit Pflastersteine verlegt sind, asphaltiert werden. Die Steine wurden durch den Autoverkehr gelockert und ragen aus dem Boden.

Doch während an den genannten Stellen nun rasch eine Lösung kommen soll, bleibt im Bereich des Marktplatzes in Echterdingen offen, wann das Problem angegangen wird. Darauf wies die CDU-Fraktionsvorsitzende Ilona Koch während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses hin. Sie werde von Marktbeschickern angesprochen, dass Kunden beim Besuch des Wochenmarktes stürzen würden oder aus Sorge davor den Markt gar nicht mehr besuchten.

Das Thema Marktplatz werde wohl erst im Zuge der Sanierung der historischen Mitte in Echterdingen angegangen, was auch aus Kochs Sicht grundsätzlich richtig ist. Allerdings könnte, in Absprache mit den Marktbeschickern, darüber nachgedacht werden, den Wochenmarkt auf den Platz vor der Zehntscheuer zu verlegen. Dort sei der Boden asphaltiert.

Gefährliche Stellen würden geflickt

Der Stadt ist das Problem bekannt. Auch der Abteilungsleiter für Straßen- und Verkehrsplanung der Stadt, Andreas Waibel, würde die Marktplatzfläche gerne rasch sanieren. „Je früher, desto besser“, wie er sagt. Zunächst stünden aber Bereiche der Christophstraße, der nördlichen Burgstraße, der Bernhäuser Straße und der Hauptstraße zur Sanierung an. Bis dann der Marktplatz in Angriff genommen wird, könnten also noch einige Jahre vergehen. Der Bauhof kontrolliere aber regelmäßig auf dem Marktplatz und flicke gefährliche Stellen, betont Waibel.

An der Kanalstraße soll dagegen rasch gehandelt und die Pflastersteine auf einer Fläche von 225 Quadratmetern entfernt werden. Die Stadtverwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 65 000 Euro. Optisch soll der Asphalt farblich gestaltet werden, damit er sich gut in die Umgebung einpasst. Verlegt wurden die Pflastersteine einst im Jahr 2006 aus gestalterischen Gründen. Im Jahr 2015 erfolgte eine erste Sanierung. Nachdem der Belag nun – wohl durch die Einwirkungen des Auto- und Lastwagenverkehrs – erneut kaputt ist, möchte die Stadt die Stelle nicht nochmals mit Pflastersteinen sanieren. „Wir können nicht alle fünf Jahre sanieren“, brachte es die Bürgermeisterin Eva Noller auf den Punkt. Das Problem sei an dieser Stelle offenbar nicht anders als durch eine Asphaltierung in den Griff zu bekommen. Hintergrund ist an dieser Stelle die Sturzgefahr für Fußgänger, die an den hochstehenden Kanten der Pflastersteine hängen bleiben könnten.

Für Radfahrer gefährlich

An der Schönbuchstraße in Leinfelden sind es drei Abschnitte von jeweils 50 bis 70 Quadratmeter, auf denen der Pflasterbelag durch eine Asphaltierung ersetzt werden soll. Die Stadtverwaltung rechnet dafür mit Gesamtkosten in Höhe von 35 000 bis 40 000 Euro. Das Hauptproblem seien die Übergänge vom Asphalt zum Pflaster, führt Abteilungsleiter Waibel aus. Dort haben sich zentimetertiefe Absenkungen gebildet. „Das ist für die Radfahrer gefährlich“, sagt er. Die Pflasterabschnitte seien bereits vor 30 oder gar 40 Jahren eingebaut wurden, schätzt Waibel. Die Idee sei damals gewesen, den Autoverkehr durch den wechselnden Straßenbelag zu einem gemächlicheren Fahren vor der Schule zu bewegen. Der nun vorgesehene Asphalt soll aber an dieser Stelle keine besondere Farbe mehr erhalten.

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