In Stuttgart ist die SWSG für den städtischen Wohnungsbau zuständig. Gibt es einen solchen Eigenbetrieb bald auch in L.-E.? Foto: dpa

Die sogenannte Filderstudie zeigt Ideen auf, wie sich die Filder in den kommenden 20 Jahren verändern könnte. Roland Klenk, OB von Leinfelden-Echterdingen, kann der Vision einer neuen, grünen Stadtmitte viel abgewinnen.

Leinfelden-Echterdingen - Die Filder werden sich in den kommenden 20 Jahren verändern. So viel steht fest. In welche Richtung es möglicherweise gehen könnte, zeigt die sogenannte Filderstudie. Der Kommunale Arbeitskreis Filder (KAF) hat diese Studie gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart in Auftrag gegeben. Für Leinfelden-Echterdingen haben die Planer auf Äckern, die zwischen den beiden Stadtteilen Leinfelden und Echterdingen liegen, eine neue, grüne Mitte vorgesehen.

Oberbürgermeister Roland Klenk sieht in dieser Studie eine große Chance. Die Beschäftigung mit den Ideen der Planer muss, seiner Meinung nach, eine der Hauptaufgaben des neuen Gemeinderates sein, der im Mai gewählt wird. „Das wird eine spannende Diskussion“, sagte er unserer Zeitung. Und: „Ich freue mich darauf.“ Klenk findet den Anstoß wichtig, weil die Stadt langfristig in verträglicher Weise zusammenwachsen müsse. Der Rathauschef kann sich vorstellen, dass „wir hier eine neue Mitte entwickeln und gleichzeitig verhindern, dass Ortsteile wie Musberg und Stetten weiter schleichend wachsen“.

Insbesondere das Stichwort Bürgerpark gefalle ihm gut. Der Oberbürgermeister stellt sich darunter modernes Wohnen mit vielleicht einem See und weiten Wegen vor. „Wenn man sich vorstellt, dass die Nord-Süd-Straße durchgehend kommt, dann haben wir mit dieser Straße, der S-Bahn und der Stadtbahn auch eine gute Erschließung für das neue Gebiet.“ Der Rathauschef gibt allerdings zu bedenken, dass „wir hier erst ganz am Anfang stehen“. Landwirtschaftliche Flächen seien von der Planung betroffen. „Für diese heißt es Alternativen zu finden.“ Und: „Das wird sicher ein langer Prozess.“

Mehr günstige Wohnungen

Bisher ist unklar, ob an dieser Stelle auch Wohnraum für Menschen mit schmalem Geldbeutel geschaffen wird. Hier ist die Stadt an anderer Stelle bereits tätig. „Die Stadt erwirbt Grundstücke und schafft dort günstigen Wohnraum“, sagt Klenk. Indem die Stadt selbst oder ein Bauträger dort Bautätigkeiten anstrengt. „Letzteres haben wir bei den Schelmenäckern bereits erfolgreich praktiziert“, sagt Klenk. Er geht davon aus, dass im Jahr 2020 dort der Spatenstich ansteht.

An der Stuttgarter Straße wird die Kommune selbst den Wohnungsbau vorantreiben. Mietern anderer städtischer Wohnungen soll dort Neues angeboten werden. So werden Wohnungen frei – beispielsweise für Flüchtlinge. „Wir haben auch ein Grundstück an der Leinfelder Jakobstraße erworben“, sagt Klenk. „Auch dort beabsichtigen wir günstigen Wohnraum zu bauen.“

Die Stadt hat auch mittlerweile ein Grundstück am Immergrünweg in Musberg gekauft. Auch dort sollen Wohnungen entstehen – ob günstig oder nicht, steht laut Klenk noch aus. „Wir haben auch zwei Immobilien mit Wohnungen gekauft.“ Insgesamt werde deshalb das Verwalten und Bewirtschaften des städtischen Wohnungsbestandes wieder interessanter. „Wir haben zu klären, wie wir dies organisieren“, sagt er. Und: „Es könnte auf einen Eigenbetrieb hinauslaufen.“ In der Vergangenheit war auch immer wieder von der Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft für Leinfelden-Echterdingen die Rede gewesen.

Im neuen Jahr wird sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema Wohnungsbau beschäftigen. Es ist eine Klausurtagung zur Stadtentwicklung geplant. Dabei soll geklärt werden, wie die Bürger im Jahr 2030 wohnen und leben werden.

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