Geht es nach den Plänen der Kirchengemeinde, wird der Turm der Stephanuskirche künftig auch abends von allen vier Himmelsrichtungen aus gut sichtbar sein, Foto: Natalie Kanter

Die Echterdinger Kirchengemeinde will den Turm der Stephanuskirche beleuchten und hofft auf dabei auf finanzielle Unterstützung der Stadt.

Echterdingen - Die Kulturregion Stuttgart will, wie berichtet, im nächsten Jahr mehr Licht ins Dunkel der Leinfeldener Bahnhofsunterführung bringen. Zumindest für ein paar Wochen. Das Projekt findet die Unterstützung des Gemeinderats. Das heißt aber nicht, dass mancher Stadtrat die niedrige fünfstellige Summe, die dafür bewilligt wurde, nicht lieber an anderer Stelle ausgeben würde.

Die Stadt könnte beispielsweise das Geld auch in eine dauerhafte Beleuchtung der Echterdinger Stephanuskirche stecken, ist aus den Reihen der Mandatsträger zu hören.Und dabei gleichsam eine Initiative der Kirchengemeinde unterstützen sowie dem Wunsch der örtlichen Geschäftswelt nachkommen, mehr Menschen in den Ortskern zu locken. Aber, der Reihe nach.

Echterdinger Gewerbetreibende haben Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde angesprochen, ob sie nicht den ortsbildprägenden Kirchturm der mittelalterlichen Stephanuskirche abends anstrahlen wollen, berichtet Pfarrer Burkhard Neudorfer der Filder-Zeitung. Schließlich sei der Turm, der auch als Wahrzeichen der ganzen Stadt gilt, zumindest tagsüber weit über die Stadtgrenze hinaus zu erkennen.

Der Kirchengemeinderat hat sich daraufhin intensiv Gedanken gemacht.Und sich fachliche Unterstützung von dem ortsansässigen Lichtplaner Peter Schilli geholt. Schilli hat ein Konzept erarbeitet. Er will den Turm von der Kirchenmauer aus so illuminieren, dass „er von allen vier Himmelsrichtungen gut sichtbar ist“, eine „heimelige Atmosphäre“ im Ortskern entsteht und „der Stadtteil dadurch wesentlich attraktiver“ werde. Es geht ihm aber auch um die „Fernwirkung der bedeutenden Kirche“. Zumindest ihr Turm solle auch abends sichtbar bleiben. Dieser wurde bereits mehrfach probeweise angeleuchtet. Die Reaktionen der Bürger darauf sollen allesamt positiv gewesen sein.

Vorteile für Flugverkehr

Auch für den Flugverkehr hat ein beleuchteter Turm offenbar nur Vorteile. „Die Flugzeuge könnten sich so besser orientieren“, sagt Pfarrer Neudorfer. Und: „Wir denken, das wäre insgesamt keine schlechte Sache.“ Die Illumination werde zwar sicher nicht dazu beitragen, dass fortan jeden Sonntag 500 Leute in die Echterdinger Kirche kommen. Aber die Kirchengemeinde sei an einer Steigerung der Anziehungskraft des Stadtteils interessiert.

Die Installation der Strahler kostet laut Neudorfer rund 25 000 Euro. Lichtplaner Schilli bestätigt dies. Mit einer gewaltigen Stromrechnung müsse die Kirchengemeinde künftig nicht rechnen. Moderne, energiesparende LED-Technik soll zum Einsatz kommen.

Man will nun einen Flyer erstellen, um auf das Projekt aufmerksam zu machen. Denn ohne Unterstützung kann die Gemeinde das Vorhaben finanziell nicht stemmen. Der Kirchengemeinderat hat sich deshalb auch an die Verwaltungsspitze von Leinfelden-Echterdingen gewandt. Anfang August gab es ein Treffen mit der Ersten Bürgermeisterin Eva Noller. Die Dezernatsleiterin kann dem Projekt viel abgewinnen. „Das ist eine schöne Sache“, sagt sie. „Die wir unterstützen wollen.“ Wie hoch die finanzielle Beteiligung der Stadt allerdings ausfallen wird, soll erst nach den Sommerferien beschlossen werden.

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