Kürzlich ehrte Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell Stadtrat Wolfgang Haug. Foto: Günter E. Bergmann

Erst im April ist er in Pforzheim gescheitert, nun will er in seiner Heimatstadt Oberbürgermeister werden: Carl-Gustav Kalbfell, Bürgermeister in Leinfelden-Echterdingen ist offenbar offen für neue berufliche Herausforderungen.

Leinfelden-Echterdingen - Wird Carl-Gustav Kalbfell über kurz oder lang Leinfelden-Echterdingen den Rücken kehren? Diese Frage stellen sich derzeit viele. Zumindest ist der örtliche Bürgermeister, der erst im Oktober 2015 sein Amt in L.-E. angetreten hat, offen für neue berufliche Herausforderungen. Der 41-jährige Bürgermeister, der in L.-E. für Kindergärten, Schulen, Vereine und auch für die Kultur zuständig ist, bewirbt sich nun bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres auf eine andere Stelle.

Im April erst wollte er Sozial-, Bildungs- und Sportbürgermeister in Pforzheim werden – und scheiterte. Mitte dieser Woche hat sich der Mann mit FDP-Parteibuch nun entschieden, in Reutlingen, seiner Heimatstadt, den Hut in den Ring zu werfen. Dort steht im Februar die Oberbürgermeisterwahl an.

Die Reutlinger FDP soll Kalbfell für den Posten ausgeguckt haben, gleich nachdem die bisherige Rathauschefin Barbara Bosch erklärt hatte, auf eine dritte Amtszeit zu verzichten. Der Bürgermeister reagierte zögerlich. Mittlerweile aber steht sein Entschluss. Er sagt, „das ist keine Entscheidung gegen Leinfelden-Echterdingen“. Er bewerbe sich nicht aus irgendeinem Frust heraus. Das Gegenteil sei der Fall: Weil ihm seine jetzigen Aufgaben so gut gefalle und er für L.-E. brenne, sei ihm die Entscheidung schwer gefallen.

Mit größtem Vergnügen zurück nach Reutlingen

Dennoch habe es durchaus seinen Reiz als Oberbürgermeister die Entwicklung seiner Heimatstadt mitzugestalten. Kalbfell ist in dieser Stadt nicht nur aufgewachsen, er war dort auch sechs Jahre lang als Stadtrat tätig, fünf Jahre saß er im Kreistag. Gegenüber der Reutlinger Presse hat er erklärt, dass er und seine Familie im Falle seiner Wahl mit „größtem Vergnügen“ zurück nach Reutlingen ziehen würden, wo sie schon jetzt einen Großteil ihrer Freizeit verbringen würden.

Welche Chancen Kalbfell hat, tatsächlich Rathauschef zu werden, ist offen. Er tritt gegen drei Mitbewerber an und ist der Jüngste in dieser Runde. Von kommender Woche an wird er versuchen, die für eine Kandidatur erforderlichen 150 Unterschriften zu sammeln. Er will seine Bewerbung noch vor Weihnachten im Reutlinger Rathaus abgeben. Oberbürgermeister Roland Klenk hat ihm von Weihnachten an Urlaub für seinen Wahlkampf gewährt.

Im Netz und unter der Adresse https://kalbfell.net präsentiert sich der 41-Jährige im Übrigen schon seit einigen Tagen seinen potenziellen Wählern. Die Überschrift dort lautet: „Reutlinger Perspektiven“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: