Für Verbesserungen an und in Gebäuden in der Ortsmitte winken Zuschüsse in Höhe von 25 Prozent. Foto: Thomas Krämer

Wer eine Immobilie hat, ist irgendwann gezwungen, zu sanieren. Doch wo erhält man finanzielle Zuschüsse und wofür genau? Und wie kann eine Sanierung helfen, künftig Energie zu sparen? Experten klären auf.

Leinfelden-Echterdingen - Eigentum verpflichtet. Die Besitzer von älteren Häusern kommen nicht um eine Sanierung herum. Doch es ist gar nicht so einfach, sich im Förderdschungel zurechtzufinden. In Echterdingen hat das Sanierungsmobil der Landesinitiative „Zukunft Altbau“ auf dem Kirchplatz Halt gemacht. Die Experten geben ein paar Tipps.

Wann ist eine Sanierung notwendig?

Um das herauszufinden, ist als erster Schritt unbedingt ein sogenannter Sanierungsfahrplan zu empfehlen. Dafür kommt ein Energieberater ins Haus und analysiert den Ist-Zustand des Gebäudes. Damit erhält der Hausbesitzer eine fundierte Entscheidungsgrundlage dafür, ob eine Sanierung sinnvoll ist und, welche Maßnahmen als erstes angegangen werden sollten. 60 Prozent der Beratungskosten übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Wie durch den Förderdschungel finden?

Darüber kann man sich natürlich selbst informieren. Um Fehler zu vermeiden, ist es in vielen Fällen jedoch ratsam, einen anerkannten Experten damit zu betrauen. Sie kennen Tipps und Tricks, um an Fördergelder zu kommen, und wissen auch, wie man Fehler vermeidet. Generell gilt nämlich: Erst beantragen, dann beauftragen – sonst geht man leer aus.

Wer bezuschusst was?

Es gibt Geld für alles rund ums Energiesparen. Verallgemeinernd gilt: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, www.kfw.de), die größte nationale Förderbank, ist der richtige Ansprechpartner, wenn es um Verbesserungen an der Gebäudehülle geht. Die KfW vergibt Zuschüsse, zinsvergünstigte Kredite oder eine Mischung aus beidem. Das BAFA (www.bafa.de) ist die bevorzugte Anlaufstelle, wenn Gebäudetechnik verbessert werden soll, also die Heizung erneuert, Solarthermie, Pellets oder Wärmepumpen eingesetzt werden sollen. Gezahlt werden immer nur Zuschüsse.

Wie Energie sparen?

„Die Kellerdecke hat ein sehr großes, oft vergessenes Potenzial und lässt sich vergleichsweise einfach dämmen“, sagt Nils Nesper von der Firma Patavo, der im Auftrag der Landesinitiative „Zukunft Altbau“ den Stand auf dem Kirchplatz betreut hat. Das gelte auch für das obere, an den Dachstuhl angrenzende Stockwerk. Erst danach sollten eine Erneuerung der Heizungsanlage oder die Dämmung der Gebäudehülle folgen. Etwas bringen kann schon der hydraulische Abgleich der Heizung, bei dem die bestehende Anlage optimiert wird.

Was ist mit Praxen und anderen Geschäftsräumen?

Auch für diese Fälle gibt es verschiedene Programme bei der KfW, dem BAFA oder der L-Bank. So übernimmt das BAFA beispielsweise für die Energieberatung Mittelstand 80 Prozent der Kosten, maximal 6000 Euro. Im Gegensatz zu Privathäusern werden bei Geschäftsräumen auch technische Anlagen wie beispielsweise Beleuchtung, Lüftung oder Kompressoren in die Analyse einbezogen

Welche Extras gibt es in der Echterdinger Ortsmitte?

Für Verbesserungen an und in Gebäuden im Sanierungsgebiet gibt es einen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent durch die Kommune und das Land. Prägt das Haus das Stadtbild, erhöht sich der Zuschuss um weitere zehn Prozent, bei denkmalgeschützten Gebäuden um 15 Prozent. Die städtische Förderung ist mit der KfW-Darlehensförderung kombinierbar nicht aber mit der KfW-Investitionsförderung.

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