Florian Fuchs (links) und Philipp Steeb sind schon in der heißen Vorbereitungsphase für den Landesentscheid in Bietigheim. Foto: Fritzsche

Florian Fuchs und Philipp Steeb aus Leinfelden-Echterdingen haben einen ersten Preis beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ gewonnen. Die beiden spielen seit einem Dreivierteljahr als Klavierduo. Im März treten sie beim Landesentscheid an.

L.-E. - Aufgeregt? Klar, das waren sie bei „Jugend musiziert“, sagen Florian Fuchs und Philipp Steeb. Aber kein Vergleich zur Amtseinführung von Oberbürgermeister Roland Klenk im Januar. „Bei Jugend musiziert ist der Raum klein, und es sind nur wenige Zuschauer“, erklärt der 13-jährige Philipp, der 14-jährige Florian nickt zustimmend. Im Gegensatz dazu Klenks Amtseinsetzung vor 300 Zuschauern: „Da war die halbe Stadt da!“ Musiklehrerin Monika Hermle muss lachen: „Ich stand daneben und habe den beiden gesagt, wer alles da ist, Bürgermeister der Nachbarkommunen, Landräte, Stadträte…“ Gemeistert haben die beiden Jungs aber auch diesen Auftritt. Genau wie den bei Jugend musiziert Ende Januar in Göppingen, der zu einem ersten Preis führte. Im März treten sie nun beim Landesentscheid in Bietigheim an.

Die Musiklehrerinnen kennen die Stärken ihrer Schüler genau

Monika Hermle und ihre Kollegin Susanne Stock unterrichten die beiden an der Musikschule Leinfelden-Echterdingen, sowohl einzeln als auch gemeinsam, und haben sorgfältig die Musikstücke ausgesucht, die sie mit ihnen für den Landesentscheid einstudieren wollen. „Drei verschiedene Epochen müssen mindestens dabei sein, und eine große musikalische Vielfalt“, erklärt Susanne Stock. Philipp ist besonders gut bei schnellen Tonwiederholungen, Florian wiederum kann wunderbar weit greifen – diese Stärken der beiden haben die Lehrerinnen bei der Auswahl beachtet. „Der eigene Part muss perfekt sitzen, damit man ein Ohr für den anderen haben kann“, so beschreibt Stock die Besonderheiten des vierhändigen Spielens. Ungenauigkeiten müssten zusammen ausgeglichen werden, ergänzt Monika Hermle.

Überhaupt liegt es an Susanne Stock, dass Florian und Philipp überhaupt als Klavierduo spielen. Sie hat für ihre Musikklassen einen Abend mit vierhändigen Stücken organisiert – und ihren Schüler Philipp gefragt, ob er nicht jemand kenne, der mit ihm spielen könnte. Und Philipp erwähnte Florian; die beiden sind befreundet und sind Klassenkameraden am Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium. Seit einem Dreivierteljahr spielen sie nun gemeinsam. Beide kommen aus musikalischen Familien, spielen seit dem Grundschulalter Klavier und haben „eine große Begabung“, wie beide Musiklehrerinnen attestieren. Geübt wird häufig, Unterricht haben sie mehrmals pro Woche, in der Hochphase kurz vor den Wettbewerben auch täglich. „Ja, vor Weihnachten war es sehr stressig“, erinnert sich Philipp, zu den musikalischen Verpflichtungen kamen viele Klassenarbeiten in der Schule.

Beide Jungen haben noch andere Hobbys

Zumal beide Jungen auch noch weitere Hobbys haben: Philipp macht Leichtathletik im Verein, Florian schwimmt bei der DLRG und spielt Geige, außerdem ist derzeit auch noch Konfirmandenunterricht. Trotzdem ist ihnen das Klavierspielen so wichtig, dass sie ihm Teile ihrer Freizeit einräumen. „Am Klavier vergesse ich anderen Stress“, so beschreibt es Philipp. „Es ist total schön“, sagt Florian, „wenn ein Stück nach langem Üben endlich klappt“. Was machen die beiden, wenn eine Stelle einfach gar nicht funktionieren will? „Drüber schlafen und es am nächsten Tag noch mal versuchen!“

Neben Florian Fuchs und Philipp Steeb haben sich auch Lavinya Annalena Kabatnik und Helen Sophie Rößler im Duo Violine/Klavier für den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ von 14. bis 18. März in Bietigheim-Bissingen qualifiziert. Der Bundeswettbewerb 2018 findet im Mai in Lübeck statt.

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