Daniel Krusic will wieder in den Jugendgemeinderat. Foto: Janine Beck

Die Jugend will von Politik nichts wissen? Von wegen: 23 junge Menschen wollen in Leinfelden-Echterdingen Nachwuchspolitiker werden.

Leinfelden-Echterdingen - Nein, ein politischer Schnarchklub will der Jugendgemeinderat von L.-E. nicht sein. Die Gruppe möchte vielmehr „coole Veranstaltungen“ für junge Leute auf die Beine stellen. Dass die Nachwuchspolitiker dies drauf haben, haben sie bereits gezeigt. Im Februar – und damit im Winter – haben sie ein Open-Air-Kino am Jugendzentrum Areal organisiert. „Denn im Sommer kann das ja jeder “, sagt deren Sprecher Daniel Krusic dazu.

Die Jugendlichen haben gemeinsam mit einer Künstlerin eine Garagenwand in Leinfelden besprüht. Sie haben bei dem Veranstaltungsreigen „Ein Buch bewegt L.-E.“ mitgewirkt. 200 Leute kamen kurz vor den Sommerferien zu dem Schulabschlussfest „Areal unter Wasser“. Auf das Konto des Jugendgemeinderates geht es auch, dass es in Leinfelden am Neuen Markt vermutlich Ende dieses Jahres freies W-LAN geben wird. Hierfür hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auch grünes Licht gegeben.

Die Gruppe leistet Pionierarbeit. Denn die Jugendlichen stellen den ersten Jugendgemeinderat der Großen Kreisstadt. Ende 2016 wurde das Gremium zunächst als Jugendvertretung gegründet.

Eine echte Wahl

Vom 8. bis 13. Oktober kann die Jugend von L.-E. nun erstmals ihre Interessenvertretung direkt wählen. Die Wahlbenachrichtigungen wurden gerade per Post verschickt. 23 junge Menschen stellen sich zur Wahl, 16 davon können Jugendgemeinderäte werden. Ihre Amtszeit läuft zwei Jahre. „Wir hoffen auf eine Wahlbeteiligung von 30 Prozent“, sagt Daniel Krusic, der sich ebenfalls wieder aufstellen wird.

Der neue Jugendgemeinderat hat sich bereits erste Ziele gesetzt. Die Gruppe will ihren Informationsaustausch verbessern, sich eine feste Agenda setzen und mehr politische Arbeit leisten. So gibt es die Idee, zur Kommunalwahl im kommenden Mai einen Wahl-O-Mat anzubieten. Dafür wollen die Jugendlichen den Kandidaten aller Parteien Fragen stellen. In Schulen soll ein Jugendforum eingerichtet werden. Dabei diskutieren Schüler mit ihren Lehrern über das Thema: „Was läuft in unserer Stadt“.

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