Bei den Arbeiten an der Filderhalle tauchten Hindernisse auf. Foto: Thomas Krämer

Voraussichtlich über eine halbe Million Euro mehr wird die Sanierung der Filderhalle in Leinfelden kosten. Das erfuhren die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Und noch eine weitere unangenehme Nachricht droht.

Leinfelden - Gut 8,5 Millionen sollte die Sanierung der Filderhalle kosten. So lautete zumindest die Kostenschätzung, die im März dem Technischen Ausschuss vorgelegt worden war. Doch mit diesem Geld wird man nicht hinkommen, wie Dieter Bühl von der Firma Drees & Sommer dem Gremium am Dienstag mitteilte.

„Seit dem Beginn der Bauarbeiten haben wir manche Überraschungen im Bestand erleben müssen“, sagte der Bauingenieur. So könne der ehemalige Speiseaufzug mit den danebenliegenden Lüftungskanälen nicht wie ursprünglich geplant komplett abgebrochen werden, da ansonsten die Unterkonstruktion der Kupferfassade abgefangen, rückgebaut und wieder neu aufgebaut werden müsste. „Das würde Zeit und Geld kosten“, so Bühl. Bei den Arbeiten habe man außerdem alte Kabelreste und einen Leitungskanal gefunden, „eine frühere Heizungsverbindung der Filderhalle zur Turnhalle“. Beides musste genauso entsorgt werden wie Eternitplatten der alten Untergeschosswände.

Die Baufirmen sind derzeit sehr gut ausgelastet

„Das kalkulierte Budget wurde außerdem bei fast allen Gewerken überschritten“, erläuterte Bühl dem Gremium. Rechnet man die nicht geplante Entsorgung sowie einen längeren Einsatz des Küchencontainers dazu, kommt man nun auf Mehrkosten in Höhe von 513 000 Euro. „Bauen ist unglaublich teuer und kompliziert geworden“, sagte Eva Noller. Das beginne schon bei den Ausschreibungen, für die man mittlerweile die doppelte Zeit brauche. Zudem seien die Baufirmen gerade sehr gut ausgelastet, betonte die Baubürgermeisterin. „Das macht sich nicht nur an der geringen Zahl der Angebote bemerkbar, sondern auch bei höheren Preisen.“

Die Sanierung wird nicht nur den Kostenrahmen überschreiten, sondern möglicherweise auch den Zeitplan. Der für das Frühjahr geplante Beginn der Sanierung hatte sich bis in den Juli geschoben. „Wir sind guter Hoffnung, im September 2018 fertig zu werden“, sagte Bühl. Allerdings sei der Termin etwas kritisch zu betrachten. Noller ist da noch vorsichtiger. „Ich empfehle Herrn Jacobi (Anmerkung der Redaktion: Geschäftsführer der Filderhalle) nicht, die ersten Veranstaltungen für Herbst 2018 zu buchen“, so die Baubürgermeisterin. Angesichts der derzeitigen Situation in der Bauindustrie betrachtet Noller „mit Sorgen die nächsten großen Bauvorhaben in Leinfelden und Musberg“.

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