Wer schneller läuft, ist früher im Ziel. Foto: dpa

Ein Magen-Darm-Virus plagt die deutsche Delegation bei der Leichtathletik-WM in London. Doch wir sind sicher: Bald läuft’s wieder.

London - Man hat‘s nicht leicht – aber leicht hat’s einen. Und wenn’s einen hat, dann hat man’s nicht leicht. Fragen Sie mal Clemens Prokop, den Chef der deutschen Leichtathleten, die gerade in London darum kämpfen, bei den Weltmeisterschaften Medaillen zu gewinnen - und wenn das nicht gelingt, zumindest eine gute Leistung zu präsentieren. Sie haben’s tatsächlich nicht leicht, die Frauen und Männer – die ausländische Übermacht an der Themse ist groß und stark, sie kommt aus Afrika, Amerika, Asien und Australien. Aber nicht nur die sichtbaren Gegnerinnen und Gegner machen es den Germanen nicht leicht, im Stadion zu glänzen – da sind zu allem Überfluss auch noch unsichtbare, klitzekleine Fieslinge, die den Vorwärtsdrang der Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland hemmen.

Leicht hat´s den Athleten

Magen-Darm-Viren haben sich zuerst im Athletenhotel „The Tower“ an den St. Katherine’s Docks eingenistet, um nach kurzer Verweildauer im Etablissement auch in den Körpern der Menschen heimisch zu werden. Kam schon häufiger vor. Leicht hat’s einen Athleten (daher: Leichtathlet), aber auch Funktionäre sind betroffen, was denen weniger zu schaffen machen dürfte, schließlich sind diese Damen und Herren endlose Sitzungen gewohnt. Für Sportlerinnen und Sportler ist die Situation jedoch extrem leistungsgefährdend, wenn der Darm nicht im Takt des übrigen Organismus arbeitet, sondern eine Art Eigenleben führt.

Hygienestandards deutlich erhöht

An ausdauerndes Laufen, explosives Springen und dynamisches Werfen ist da nicht zu denken, daher wurden im Hotel sofort die Hygienestandards erhöht, sogar „deutlich“, wie der deutsche Teamarzt Andrew Lichtenthal versicherte, der darüber hinaus die Handlungsempfehlungen aussprach: Regelmäßig Hände waschen, offen liegendes Obst meiden. Bei derart exzellenter Betreuung wird es nicht lange dauern, bis Sportlerinnen und Sportler sowie Funktionärinnen und Funktionäre der deutschen WM-Delegation wieder Höchstleistungen vollbringen können. Und dann könnte DLV-Chef Clemens Prokop stolz und glücklich verkünden: „Jetzt läuft’s wieder.“ Obwohl: Wirklich eindeutig wäre die Aussage leider nicht.

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