Noch wird für die Freiluftsaison trainiert: Wenn der Startschuss fällt, ist mit den Laufschlümpfen der KSG Gerlingen zu rechnen. Foto: privat

Mit einer kleinen Gruppe von Grundschülern hat alles angefangen. Inzwischen kommen rund 150 Kinder und Jugendliche zum Training der KSG Gerlingen.

Gerlingen - Vor drei Jahren hatten Ann-Kristina Trottnow, frühere deutsche Juniorenmeisterin über 1500 Meter, und der ehemalige Langstreckenläufer Ralph Sagasser eine Idee. Sie wollten mit einer Spezialisierung auf das Laufen junge Leichtathleten an die Spitze der Bestenlisten führen. Das Schlumpflaufteam der KSG Gerlingen war geboren.

Heute ist aus der kleinen Gruppe von einigen Grundschülern, die sich zunächst lediglich einmal in der Woche zum Training trafen, ein Team von 150 Kindern und Jugendlichen geworden, die in eindrucksvoller Mannschaftsstärke in großer Regelmäßigkeit erfolgreich bei Wettkämpfen antreten.

Teilweise wird fünfmal pro Woche trainiert

Die Intensität des Trainings hat erheblich zugenommen: „Viele trainieren fünfmal die Woche und fahren sonntags noch eine Runde gemeinsam Rad“, erzählt die zwölfjährige Paula Schönbucher, die von Anfang an dazu gehört. Das häufige Ausdauertraining macht ihr immer noch Spaß. Ins Ballett und ins Turnen wie früher geht Paula nicht mehr. Ob sie auch mal Durchhänger hat und keine Lust auf Training? „Nein, ich mache das immer noch gerne. Ich freue mich jeden Tag aufs Training, aber auch auf die Freunde, die ich hier gefunden habe.“ Wie vom Trainerteam akribisch geplant, sind die KSG-Läufer stetig auf den Bestenlisten nach oben geklettert. Der erste „Laufschlumpf“ klopft bereits an die Pforte zum Jugendnationalkader: der 15-jährige Manuel Schwartz.

Ralph Sagassers „Geheimrezept“ hat bei Paula und ihren „Mit-Schlümpfen“ gefruchtet: „Kinder rennen gerne um die Wette, und Kinder gewinnen gerne.“ Wenn die Kinder in den Wettkämpfen auf dem Treppchen landeten, dann motiviere sie das zu intensiverem Training, und das intensive Training führe zielsicher immer häufiger aufs Treppchen, fasst der Trainer zusammen. Im Ausdauerbereich könne man, im Gegensatz zu schnellkraftdeterminierten Sportarten, durch häufiges Training viel erreichen. „Wir können Läufer produzieren.“ Ihm sei eines Tages aufgefallen, dass alle kenianischen Topläufer aus derselben Region kamen. „Das konnte kein Zufall sein“, erkannte Sagasser. „Es musste an der Art des Trainings liegen. Das Wissen ist da. Man muss nur aus dem Haus vom Nikolaus herausschauen und sich etwas Neues trauen.“

Körperlicher Ausgleich zur Schule

Das Training sei optimal auf die Kinder abgestimmt und spielerisch. Sagasser setzt auf Schnelligkeit und Koordination und nicht auf Kraft, um die noch weichen Knochen zu schonen. Die positiven Nebeneffekte des intensiv betriebenen Sports nehmen Läufer, Trainer und Eltern gerne mit: einen körperlichen Ausgleich zur Schule, Entspannung, erhöhte Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit, Zeit effektiver zu nutzen. Die Laufschlümpfe seien zielgerichteter als Gleichaltrige, berichtet Ralph Sagasser. Und das gelte für alle, auch diejenigen, die nicht fünfmal wöchentlich trainieren und nicht ganz oben auf dem Siegerpodest landen, betont er. „Wir haben das Glück, dass mit der Zahl der Kinder auch die der Trainer zugenommen hat, so dass wir nach Leistung und Trainingsstand in verschiedene Gruppen unterteilen können und jeder das passende Training bekommt.“ Der Erfolg ziehe an. So seien inzwischen auch Läufer von anderen Vereinen zur KSG gewechselt, „weil wir jetzt einen Ruf haben“, freut sich Ralph Sagasser über die Früchte seiner Arbeit.

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