Schon beim Start des Hauptlaufes fast im Gleichschritt: die Protagonisten über zehn Kilometer, Johannes Bergdolt (Nummer 260) und Tobias Sauter (Nummer 174). Foto: Andreas Gorr

Im Vergleich zum Vorjahr erzielen die Sieger beim 6. Leonberger Citylauf über zehn und fünf Kilometer durchweg schnellere Zeiten. Nach zwei Runden muss sich Lokalmatador Tobias Sauter auf den letzten Metern noch geschlagen geben.

Leonberg - Wenn die Stimmung an der Strecke und auf dem Festplatz so gut ist wie bei der sechsten Auflage des Leonberger Citylaufes, dann überträgt sich das auch auf Motivation und Leistungen der Teilnehmer. Nicht nur, dass in allen Läufen zusammengenommen mit 1051 so genannten Finishern ein neuer Rekord erzielt wurde (bislang 1004). Die Siegerzeiten über fünf und zehn Kilometer sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern waren zum Teil deutlich schneller als im Vorjahr. Zudem stellten bei den Schülern Manuel Schwartz (U 16), Tim Hofmann (U 14) und Lucia Arens (U 14/siehe Ergebnisse rechts) neue Streckenrekorde auf.

Einem hat es trotz des guten Laufwetters – pünktlich mit Beginn der Schülerläufe hatten sich Regen und dunkle Wolken endgültig verzogen – die Stimmung etwas verhagelt. Lokalmatador Tobias Sauter, der, obwohl Titelverteidiger beim gestern ausgetragenen Stuttgart-Lauf, den Start in Leonberg vorzog, musste sich auf den letzten Metern über zehn Kilometer noch geschlagen geben. Johannes Bergdolt (VfL Sindelfingen) und er hatten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. An der letzten Steigung setzte sich Ausdauer-Spezialist Sauter, der auf den Berlin-Marathon am 27. September hin trainiert, etwas ab. 30 Meter Vorsprung sollten reichen, dachte er. Doch im Zielsprint bergab hatte der 20-jährige Bergdolt das bessere Ende für sich und holte sich den Sieg in 31:21,88 Minuten mit knapp vier Sekunden Vorsprung. „Wenn ich es auf den Sprint ankommen lasse, bin ich selbst dran schuld“, ärgerte sich Sauter. Bergdolt, der bei seiner Premiere in Leonberg gleich triumphierte, zollte der Klasse des Unterlegenen dennoch Respekt: „Er ist ausdauerstärker. Wenn er früher Druck gemacht hätte, wäre ich weg gewesen.“

Luisa Moroff lässt die Konkurrenz stehen

Bei den Frauen war Luisa Moroff (GSV Maichingen Triathlon) konkurrenzlos. Die zweitplatzierte Bianka Weber war über sieben Minuten langsamer. Mit ihrer Zeit von 38:18,95 Minuten unterbot Moroff das Ergebnis der Vorjahresgewinnerin Maren Hein um fast genau fünf Minuten.

Genauso überlegen entschied auch der Heimsheimer Edmund Schlenker die Altersklasse M 70+ für sich. Weil aber die Zeitmessung beim zweiten Überqueren der Zielmatte nicht auslöste, wurde er fälschlicherweise in die Fünf-Kilometer-Wertung genommen.

Citylauf-Organisator Eberhard Trinkner: „Das tut uns außerordentlich leid. Im Stress der Ergebnisauswertung für die Siegerehrung haben wir den Fehler nicht erkannt.“ In 39:52,63 Minuten lief aber auch Schlenker die zehn Kilometer fast eine Minute schneller als im Vorjahr, wurde 25. der Gesamtwertung und distanzierte Konkurrent Bernd Nixdorf um fast zehn Minuten.

Fünfter Sieg in Folge

Ihren Platz in den Annalen des Citylaufes hat jetzt schon Katrin Ochs (LG Filder) sicher. Sie gewann zum fünften Mal in Folge über fünf Kilometer. Ihr Trainer Helmut Kustermann, der selbst auch mitlief, hatte ihr einst den Wettbewerb „verordnet“.

In 19:29,40 Minuten (Vorjahr 20:04) zeigte die 37-Jährige der jüngeren Konkurrenz einmal mehr die Fersen. Bei den Männern setzte sich der Sieger von 2013, Christian Kunisch (SV Böblingen), in 16:43,79 Minuten durch. Krankheitsbedingt musste er im Vorjahr aussetzen und verpasste so den Titel-Hattrick.

Es hat nicht viel gefehlt, und der Hauptlauf hätte kurzzeitig gestoppt werden müssen. In der ersten Runde kam dem vorausfahrenden Cabrio mit Oberbürgermeister Bernhard Schuler aus der Carl-Schmincke-Straße plötzlich ein Fahrzeug entgegen. „Da ging es um Sekunden“, musste Eberhard Trinkner tief durchatmen. Der guten Stimmung tat der Aufreger letztlich aber keinen Abbruch.

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