Erfolgreich im Stabhochsprung: Jonathan Hummel (LG Leinfelden-Echterdingen). Foto: Ralf Görlitz

Anjuli Knäsche feiert bei den baden-württembergischen Meisterschaften eigenen Erfolg im Stabhochsprung und den von Jonathan Hummel.

Drei Wochen vor den deutschen Meisterschaften in Dortmund präsentierten sich die Athletinnen und Athleten der Region Stuttgart/Bereich Filder bei den Landes-Titelkämpfen in der Europahalle von Karlsruhe in beachtlicher Form. Viele persönlichen Bestleistungen sowie nicht weniger als 19 Medaillen waren der Beweis dafür, dass die zurückliegenden Trainingswochen fleißig genutzt wurden.

 

Mit einer besonderen Leichtigkeit und auch Sicherheit ging die seit Jahren beste deutsche Stabhochspringerin Anjuli Knäsche an ihr Saison-Debüt heran. Ab ihrer selbst gewählten Anfangshöhe von vier Metern meisterte fünffache deutsche Meisterin alle weiteren aufgelegten Höhen ohne einen einzigen Fehlversuch, siegte mit der Einstellung ihrer persönlichen Bestmarke von 4,55 Metern überlegen und sandte damit schon mal ein Signal via Hallen-DM in Dortmund: Mit der 32-Jährigen ist erneut zu rechnen. Zweite wurde die WM-Finalistin von 2022, Jacquline Otchere (MTG Mannheim), mit 4,20 Metern. Angesprochen auf ihre Ambitionen, sich für die Welt-Titelkämpfe vom 20. bis 22. März im polnischen Torun zu qualifizieren, meinte Knäsche selbstkritisch: „Das ist wohl eher unwahrscheinlich. Zum einen müsste ich mich noch auf 4,65 Meter steigern und in der Weltrangliste bis zum offiziellen Meldeschluss mindestens auf dem zwölften Platz stehen, was insgesamt schwierig werden dürfte.“

Aber nicht nur Knäsche war mit ihrem ersten Start in die Hallen-Saison zufrieden, sondern auch Alexander Stepanov. Der deutsche 800-Meter-Meister aus Botnang, der für den VfL Sindelfingen startet, lieferte einen gelungenen Formtest über die kürzere 400-Meter-Strecke ab. In starken 47,35 Sekunden stürmte der Student der Uni Stuttgart konkurrenzlos und überlegen aufs Siegerpodest. Schneller war der 21-jährige WM-Teilnehmer von Tokio auf dieser Strecke bisher nur unter freiem Himmel (46,85 Sekunden).

Mit Alina Rotaru-Kottmann war im Weitsprung der Frauenklasse eine weitere Weltklasse-Athletin am Start. Die mit dem Weitspringer Max Kottmann (beide VfB Stuttgart) verheiratete Athletin, die für ihr Heimatland Rumänien 2023 die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften in Budapest gewann, musste sich in Karlsruhe nicht übermäßig anstrengen, um mit 6,42 Metern klar zu gewinnen. Sie blieb aber am Ende noch deutlich unter ihrer persönlichen Bestmarke von 6,96 Metern zurück.

Gleich mehrfach aufs „Treppchen“ schafften es Moritz Eisold (LG Filder) und der hochtalentierte, erst 16-jährige Jonathan Hummel (LG Leinfelden- Echterdingen). Der Zehnkämpfer Eisold hatte im Weitsprung das Glück auf seiner Seite. Denn mit 7,05 Metern hielt er den Schwäbisch-Gmünder Mitkonkurrenten Leon Hofmann gerade mal um zwei Zentimeter „in Schach“. Und mit zwei Goldmedaillen im Gepäck reiste Jonathan Hummel nach Hause. Der von Anjuli Knäsche trainierte Nachwuchs-Athlet, im letzten Jahr deutscher U-18-Meister im Stabhochsprung, verbesserte sich im 60-Meter-Hürdensprint auf 8,17 Sekunden und wiederholte im Stabhochsprung seine kürzlich erzielte Bestmarke von genau fünf Metern.

Herausragend waren außerdem in der Frauenklasse die Hochspringerin Jara Ellinger mit 1,78 Metern und die Dreispringerin Mia-Sophie Haase mit 12,48 Metern, der erst 18-jährige Nachwuchs-Sprinter über die 60 Meter-Distanz Raphael Geißner mit 6,83 Sekunden (alle VfB Stuttgart) sowie die immer besser in Tritt kommende 60-Meter-Hürdensprinterin Franziska Blessin (LG Filder). Mit ihrer Bestzeit von 8,30 Sekunden gewann sie die Silbermedaille hinter der Mannheimerin Ricarda Lobe (8,19 Sekunden) holte.