Das Gedränge beim Start des Stuttgarter Silvesterlaufes in Weilimdorf ist groß – über 500 Teilnehmer nehmen die elf Kilometer lange Strecke in Angriff. Foto: Andreas Gorr

Die Sieger des 24. Stuttgarter Silvesterlaufes in Weilimdorf gewinnen mit großen Vorsprung. Lorenz Baum und Jutta Brod wiederholen ihre Vorjahreserfolge. Der Höfinger Janosch Kowalczyk belegt über elf Kilometer den vierten Platz.

Weilimdorf - Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Das gilt sicher für einen guten Teil der insgesamt 929 Starter des Stuttgarter Silvesterlaufs in Weilimdorf. Ganz besonders gilt es jedoch in diesem Jahr für die Organisatoren der SG und des TSV Weilimdorf. Zum Jahreswechsel 2015/2016 feiern die Macher die 25. Auflage des Wettbewerbes. Da soll es dann natürlich etwas Besonders sein. Was genau, das weiß Organisationschef Klaus Dettmer noch nicht. Schließlich galt es am Mittwoch zunächst, den 24. Silvesterlauf über die Bühne zu bringen. Revolutionäre Änderungen wird es aber nicht geben. Das Konzept stimmt, die Resonanz ist gut. Zwar musste im Vergleich zum Vorjahr ein Teilnehmerrückgang von etwas über 100 hingenommen werden, Dettmer war mit dem Zuspruch dennoch zufrieden: „Für dieses Wetter ist das eine tolle Zahl.“

Das Preisgeld ist überschaubar (300/200/100 Euro für die ersten drei), und das soll auch so bleiben. Der Stuttgarter Silvesterlauf ist in erster Linie eine Veranstaltung für Breitensportler. Eine, bei der man sich zum Jahresausklang noch einmal trifft. Als das Preisgeld bei 500 Euro lag, da kamen die Lauftouristen. „Wir hatten hier Rumänen, die haben dann zwei oder drei Läufe gemacht, das Preisgeld mitgenommen, und dann waren sie wieder weg“ (Dettmer). Davon hatten die Veranstalter nichts, davon hatten aber auch die anderen Teilnehmer nichts. Also legen es die Weilimdorfer nicht zwingend darauf an, Stars oder internationale Spitzenathleten nach Stuttgart zu locken. Das, so Dettmer, gehe nur über Agenten, und koste entsprechend Geld.

Deutlicher Vorsprung nach der ersten Runde

Dass auch so gute Leistungen geboten werden, dafür standen in erster Linie die Sieger des Hauptlaufes. Trotz schlechterer Bedingungen – einmal mehr hatte eine Gerlinger Gartenbaufirma unentgeltlich die Strecke vom Schnee befreit, an manchen Stellen blieb es dennoch leicht rutschig – blieb Titelverteidiger Lorenz Baum (LAV Stadtwerke Tübingen) in 34:20 Minuten nur 14 Sekunden hinter seiner Vorjahreszeit zurück. Nach einer knappen Runde hatte er bereits einen Vorsprung von 40 Sekunden herausgelaufen, im Ziel waren es auf Carsten Brod (TV Konstanz) 1:16 Minute.

Zum sechsten Mal in Folge holte sich Jutta Brod (TV Konstanz) das Preisgeld ab. Im Jahr 2013 führte das Duell mit Elena Burkard zu einer Siegerzeit von 39:05 Minuten. Diesmal blieb die Uhr für die 41-Jährige, die vor knapp sieben Wochen ihren ersten Marathon in einer Zeit von knapp unter drei Stunden bewältigt hat, bei 40:25 Minuten stehen. Monika Rocktäschel (LG Leinfelden-Echterdingen) kam mit einem Rückstand von 2:30 Minuten als zweitschnellste Frau ins Ziel. Während sich Lorenz Baum an der Spitze des Feldes ganz alleine durchschlagen musste, vermisste auch Jutta Brod die Konkurrenz. „Schade, dass die drei Männer vor mir relativ schnell weg waren. Ich habe gedacht, ich könnte mit einem mitlaufen. Aber ich war dann ganz schnell alleine, das war doch ein bisschen einsam.“

Einen tollen Einstand feierte Janosch Kowalczyk vom Lauftreff Höfingen. Bei seiner Premiere in Weilimdorf verpasste der 24-Jährige als Vierter (37:44 Minuten) das Siegertreppchen nur knapp. Der Ultra Trail-Läufer – 2012 gewann er den Wettbewerb in Sonthofen über 69 Kilometer mit rund 3000 Höhenmetern – war dennoch zufrieden: „Ich habe zuvor zwei bis drei Wochen Pause gemacht und wusste deshalb gar nicht, ob genug Feuer da ist.“ Mitte November hatte der Höfinger beim Valencia Marathon in 2:33,48 Stunden in der Gesamtwertung Rang 35 belegt.

In beiden Läufen unter den besten zehn

Im Zielbereich in Weilimdorf gab’s für ihn ein Wiedersehen mit Stefan Weigert, der ebenfalls aus Höfingen kommt. Der 28-Jährige steht gerade zwischen Studienabschluss und Berufswahl. Seine Spezialdisziplin Triathlon muss deswegen ruhen. Weigert versucht sich derzeit in Kampfsportarten. Erst war es ein Jahr lang Karate, jetzt startete er für den Ditzinger Club Yom Chi Kwan Taekwon-Do. Dass er immer noch schnell und ausdauernd auf den Beinen ist, zeigte er zum Jahresabschluss. Im Hörnleshasenlauf über 5,5 Kilometer belegte er in 18:55 Minuten Rang drei. Sieger Sebastian Braun (TSV Wildbad war 16 Sekunden schneller, bei den Frauen gewann Hanna Müller (TSV Schmiden) in 21:34 Minuten. Und weil er schon einmal da war, absolvierte Weigert auch gleich noch die doppelt so lange Distanz im Hauptlauf und wurde in 39:19 Minuten Achter.

Bei den Schülerläufen (2,3 Kilometer) trumpften die Teilnehmer des Schlumpflaufteams der KSG Gerlingen groß auf. In der Gesamtwertung waren sie elfmal unter den besten 15 vertreten. In den Altersklassen stellten die Gerlinger vier (Tim Hofmann/Schüler C, Benedict Roth/Schüler B, Anna Schädel/Schülerinnen D, Lucia Arens/Schülerinnen C) von acht Siegern.

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