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Die GEW hat Doro Moritz in ihrem Amt als Landeschefin mit überwältigender Mehrheit bestätigt.

Sindelfingen - Die Lehrergewerkschaft GEW hat Doro Moritz in ihrem Amt als Landeschefin mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Von 299 abgegebenen Stimmen entfielen nach GEW-Angaben 290 auf die 56-Jährige, die damit ihre zweite Amtszeit antritt. Vier Delegierte stimmten bei der Versammlung am Donnerstag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) mit Nein, fünf enthielten sich.

„Ich werde mich vor allem dafür einsetzen, dass nicht auf Kosten der Kinder, Jugendlichen und der Beschäftigten gespart wird“, sagte Moritz nach ihrer Wahl. Die Landesregierung müsse die Steuereinnahmen erhöhen und in bessere Bildung in den Kitas, an Schulen, Hochschulen und in der Weiterbildung investieren. „Gute Bildung ist teuer, schlechte Bildung können wir uns nicht leisten.“

Bei der Abstimmung kam Moritz auf einen Wert von 97 Prozent

Bei der Abstimmung kam Moritz auf einen Wert von 97 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der Wahl vor vier Jahren. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Als Stellvertreter wählten die Delegierten den Berufsschullehrer Michael Futterer aus Heilbronn, die Kita-Leiterin Petra Kilian aus Stuttgart und die Realschullehrerin Ruth Schütz-Zacher aus Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis).

Die Gewerkschaft hat derzeit über 48 500 Mitglieder, das sind 4500 mehr als zu Beginn von Moritz' erster Amtszeit. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Mitglieder sind weiblich. Besonders stark gewachsen ist die Zahl der organisierten Erzieherinnen. Die dem DGB angehörige Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat damit nach eigenen Angaben mehr Mitglieder als alle Lehrerverbände im baden-württembergischen Beamtenbund.

Zwischen der Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung und den GEW-Positionen gibt es viele Überschneidungen. Doch Moritz mahnte vor kurzem schnellere Fortschritte und eine bessere Umsetzung der Reformen an. So werde der Erfolg der neuen, von der GEW begrüßten Gemeinschaftsschule stark davon abhängen, dass genügend Geld in die Qualifizierung des Personals investiert werde. Bei den Bildungsausgaben könne der Südwesten zulegen. Denn das Land belege dabei im Vergleich der Flächenländer nur den zehnten Platz.

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