Inzwischen fast komplett leer: ein Automat von „Mein CBD Deutschland“ am Rotebühlplatz Foto: ZGS/Lea Krug

An einem Automaten am Rotebühlplatz konnte man bis vor Kurzem ganz legal chemisch verändertes LSD kaufen. Inzwischen ist damit Schluss. Was hinter dem Verschwinden steckt.

Monatelang bot das Unternehmen „Mein CBD Deutschland“ mit Sitz in Bensheim bei Darmstadt 1D-LSD an – legal. Unter anderem an einem Automaten am Rotebühlplatz gleich bei der U-Bahn konnte jeder Passant über 18 Jahren eine Packung mit dem Stoff für rund 20 Euro kaufen. Die Wirkung des 1D-LSD ist laut Experten vergleichbar mit normalem LSD. Lediglich die Zusammensetzung der chemischen Moleküle ist eine andere, weshalb der Stoff bislang nicht vom Betäubungsmittelgesetz erfasst wurde.

 

Jetzt ist offenbar Schluss mit dem Verkauf der LSD-ähnlichen Substanz. Die entsprechenden Tütchen gibt es im Automaten nun nicht mehr, und auch im Online-Shop wird der Stoff nicht mehr angeboten. Zufall ist das nicht, die bisher als „Legal Highs“ geltende Substanz hat der Gesetzgeber nun verboten. Am Donnerstag trat das „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“, dass in den vergangenen Monaten im Bundesgesundheitsministerium erarbeitet wurde, in Kraft.


Neues Gesetz gegen LSD-Automaten

Wie ein Sprecher des Ministeriums unserer Zeitung auf Anfrage erklärte, gilt die neue Verordnung für „ Stoffgruppen der synthetischen Cannabinoide, der Benzodiazepine und der von Tryptamin abgeleiteten Verbindungen (LSD-Derivate).“ Im Rahmen des neuen Gesetzes verbiete man ganze „Stoffgruppen“, heißt es. Also auch das entsprechende 1D-LSD und auch der Stoff HHC aus dem Automaten sind von dem neuen Verbot betroffen. Lediglich legales CBD (ein nicht psychoaktiver Stoff aus der Cannabispflanze) darf offenbar weiter angeboten werden.

Bis vor Kurzem gab es an dem Automaten am Rotebühlplatz noch 1D-LSD zu kaufen. Foto: ZGS/Lea /Krug

Eine Mitarbeiterin von „Mein CBD Deutschland“, die nicht namentlich genannt werden möchte, erklärte, dass die jüngst verbotenen Stoffe schon seit einigen Tagen nicht mehr vorrätig wären. Das Unternehmen habe frühzeitig reagiert und die Stoffe aus dem Shop und dem Automaten entfernt. An acht anderen Orten in Deutschland standen bislang ähnliche Geräte der Firma.

Drogen-Experten und Juristen sprechen im Zusammenhang mit „Legal Highs“ regelmäßig von einem Katz-und-Maus-Spiel. Sobald der Gesetzgeber einschreite, werde in einem Labor schon an einer neuen Substanz gearbeitet. Ob „Mein CBD Deutschland“ bereits eine neue legale Droge im Visier hat, dazu wollte sich die Mitarbeiterin der Firma nicht äußern.