Sein Vorgänger hatte den Job nach weniger als drei Jahren als Karrieresprungbrett genutzt. Nick Gumenick sagt, sein Einsatz für den Bezirk werde längerfristig sein.
Nicht alle bleibe so lange wie zum Beispiel Andrea Klöber. Die Feuerbacher Bezirksvorsteherin verabschiedete sich 2021 nach 13 Jahren aus dem Rathaus am Wilhelm-Geiger-Platz in den Ruhestand. Feuerbach war ihr ans Herz gewachsen. Ihr Nachfolger Johannes Heberle nahm im Februar 2022 mit damals 26 Jahren im Chefzimmer dieses Rathauses Platz, er war bei der Wahl durch den Gemeinderat der einzige Bewerber gewesen. Und er nutze das Amt wie einige andere Stuttgarter Bezirkschefs als Sprungbrett zu höheren Weihen. Anfang März ist Heberle dahin zurückgekehrt, wo er vor seiner Stuttgarter Zeit die Bußgeld- und Ortspolizeibehörde geleitet hatte. In Göppingen ist der 29-Jährige nun Erster Bürgermeister.
Dotierung muss sich nicht verstecken
Für den fast 31 000 Einwohner großen Stadtbezirk wurde erneut ein Bezirksvorsteher mit „Verhandlungsgeschick, Überzeugungsvermögen, Kooperationsbereitschaft“, einem „sicheren, zugewandtes Auftreten und der Bereitschaft zur Wahrnehmung von Abend- und Wochenendterminen“ gesucht. Ein Studium oder der Lehrgang zum Verwaltungsfachwirt war Voraussetzung, so stand es in der Stellenanzeige der Stadt. Die Dotierung musst sich mit der Entgeltgruppe 15 im TVÖD nicht verstecken, zu den 5504 bis 7748 Euro im Monat kommen 85 Prozent Jahresleistung und in der Großstadt 150 Euro Stuttgart-Zuschlag pro Monat, das kostenfreie Deutschlandticket und – wenn gewünscht – ein Jobrad obendrauf.
„Verwaltung muss funktionieren“
Von vier Kandidaten, die sich zunächst nicht öffentlich in einem Ausschuss des Gemeinderates präsentiert hatten, zogen drei zurück, zur Wahl blieb Nick Gumenick. Die Vollversammlung hat ihn am Donnerstag mit 43 Stimmen bei acht Gegenstimmen und sechs Enthaltungen zum neuen Bezirksvorsteher bestimmt. Gumenick ist 26 Jahre alt, ist im Stuttgarter Osten aufgewachsen, leitet in der 3200-Einwohner-Gemeinde Steinmauern im Landkreis Rastatt das Hauptamt und studiert noch drei Semester berufsbegleitend Public Management in Kehl. In seiner Bewerbungsrede betonte Gumenick, dass er den Posten in Feuerbach „nicht als Karriereschritt, sondern als langfristige Entscheidung“ sehe. Feuerbach werde keine temporäre Station sein. Er wolle dafür arbeiten, dass Feuerbach „sein volles Potenzial entfaltet“, dazu gehöre „mehr Aufenthaltsqualität in der Stuttgarter Straße“. Gumenick kritisierte, dass das Bürgerbüro und die Wohngeldstelle in Feuerbach schon länger geschlossen seien. Das sei eine Belastung für die Bürger. „Verwaltung muss funktionieren“, so Gumenick. Wann er seine neue Stelle antritt, ist noch unklar.