Das leckere Schokoladenvergnügen gibt es mittlerweile auch in der Fairtrade-Variante inklusive Heimatgefühl, etwa bei der Degerloch-Schokolade. Foto: Archiv Steinert

Stadt- und Stadtteilschokoladen gibt es mittlerweile vielerorts, auch Filderstadt reiht sich nun ein. Aber was ist das Besondere an den fair gehandelten Schokoladen mit Heimatbezug? Eine Bestandsaufnahme auf der Filderebene.

Filder - Wer dem Naschkatzentum und der Heimatliebe gleichzeitig frönen will, kann dies nun auch in Filderstadt tun. Seit 2015 schmückt sich die Stadt mit dem Siegel „Fair-Trade-Town“ und nun auch mit der passenden fair gehandelten Schokolade. Nugatschokolade mit Mandeln und essbaren Rosenblättern ist es geworden – auch auf Betreiben von Oberbürgermeister Christoph Traub, der sich für die exotische Geschmacksrichtung ausgesprochen hat. Filderstadt gesellt sich damit zu den Stuttgarter Stadtteilen Degerloch, Plieningen, Birkach und Vaihingen, die ebenfalls Schokoladenseiten vorweisen können.

Wie ist die Idee entstanden?

In Filderstadt ist die Idee in der Aktionsgruppe Faires Filderstadt entstanden, berichtet Hannelore Moll, die Vorsitzende des Eine-Welt-Ladens in Bernhausen. Ähnlich sind die Ursprungsgeschichten in den Stuttgarter Stadtteilen: Die Vorschläge zur Schokolade kamen aus den Fair-Trade-Steuerungsgruppen – notwendig zur Koordination beim Fair-Trade-Siegel – und, wo vorhanden, den Weltläden. In Degerloch gibt es seit 2012 eine Stadtteilschokolade. „Wir haben uns am Beispiel anderer Stadtschokoladen orientiert“, erzählt Karin Lademann, die Leiterin des dortigen Weltladens.

Warum ausgerechnet Schokolade?

„Schokolade ist eines der ursprünglichsten Fairtrade-Produkte“, erklärt Peter Frommer vom Weltladen in Stuttgart-Vaihingen, „und damit eine gute Möglichkeit, das Thema Fair Trade an anderen Stellen als nur im Weltladen sichtbar zu machen“.

Die verpackten Tafeln lassen sich mit Banderolen gut personalisieren. So kommt das Heimatgefühl dazu: In Degerloch zieren historische Motive und der Fernsehturm die Verpackung, in Filderstadt Symbole, die für die Stadtteile Bernhausen, Bonlanden, Plattenhardt, Sielmingen und Harthausen stehen. „Schokolade ist positiv besetzt, sogar bei den Leuten, die eigentlich keine Schokolade mögen“, sagt Karin Lademann. Gerade mit der lokalisierten Verpackung eigne sie sich auch gut als Geschenk.

Wo kommt die Schokolade her?

Die Schokoladen von Filderstadt und Plieningen werden von der österreichischen Manufaktur Zotter hergestellt, aus fair gehandeltem Kakao und Rohrzucker. Die Vaihinger Tafeln werden von der Firma Fairafric produziert – mit einem Unterschied: Nicht nur die Rohstoffe, sondern auch die Schokolade selbst wird vor Ort in Ghana hergestellt. So bleibt mehr Erlös im Land. „Dieses Konzept hat uns sehr überzeugt“, sagt Peter Frommer. Ganz ähnlich sieht es bei der Kallari-Schokolade für Degerloch aus: Sie wird von ecuadorianischen Kleinbauern im Regenwald produziert. Die Mitarbeiter im Weltladen versehen sie dann in Handarbeit mit den Degerloch-Banderolen, wie Karin Lademann sagt.

Lohnt sich der Aufwand?

Für Plieningen und Birkach beantwortet die stellvertretende Bezirksvorsteherin Stephanie Reinhold die Frage ganz klar mit Ja. „Die Schokolade kommt jedes Jahr im Winter heraus und ist sehr begehrt“, berichtet sie, die Auflage von 300 Stück sei dann im neuen Jahr auch schon ausverkauft. In den vergangenen Jahren haben verschiedene Schulen der Bezirke die Banderole gestaltet, in diesem Jahr ist es die Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

Auch die Vaihingen-Schokolade hat beim verkaufsoffenen Wochenende „Vaihinger Herbst“ im September reißenden Absatz gefunden – von 400 Tafeln waren danach noch 20 übrig, Nachschub ist bereits bestellt. Gestaltet wird hier die Banderole von Künstlern des Vaihinger Vereins „Kultur am Kelterberg“. „Die Aktion hat großen Spaß gemacht, wir wollen auf jeden Fall dranbleiben“, sagt Peter Frommer. 2019 soll eine weitere Edition der Vaihinger Schokolade erscheinen.

Die Degerloch-Schokolade soll es ebenfalls weiterhin geben. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für uns“, sagt Karin Lademann vom Weltladen. „Die gibt es nur bei uns.“

Wo gibt es die Schokolade?

Die Filderstadt-Schokolade gibt es im Eine-Welt-Laden, Rosenstraße 36, sie kostet drei Euro. Die Plieningen-Schokolade gibt es beim Markttag zum Advent, beim Birkacher Weihnachtsmarkt und danach im Bezirksrathaus an der Filderhauptstraße, sie wird rund 3,40 Euro kosten. Sobald die nächste Lieferung da ist, gibt es die Vaihinger Schokolade im Weltladen am Vaihinger Markt 11. Degerloch-Schokolade ist im Weltladen, Rubensstraße 2, zu erwerben.

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