Hinter dem Gitter fließt das Wasser unaufhörlich aus der Natursteinmauer. Foto: red

Seit Wochen läuft aus der Mauer am Weißenburgpark Wasser. Das Leck in der Leitung ist noch nicht gefunden. Das Problem ist nicht nur die Wasserverschwendung, sondern auch die erhöhte Gefahr beim ersten Frost.

S-Süd - Johannes Czech fährt jeden Morgen die Bosperwaldstraße entlang. Und seit mehr als vier Wochen ärgert er sich jeden Tag aufs Neue, wenn er am Weißenburgpark vorbeikommt. Grund ist eine Stelle in der Mauer, aus der ununterbrochen Wasser läuft. „Das ist eine Wasserverschwendung hoch zehn“, sagt er. Auf dem Gehweg entlang der Mauer hat sich schon ein ordentliches Rinnsal gebildet. Das Wasser fließt bis zum nächsten Gullideckel, teilweise auch noch weiter.

Johannes Czech ärgert sich nicht nur über die Verschwendung. „Wenn bald der erste Frost kommt, ist es auch gefährlich“, sagt er. „Und ich hatte vor ein paar Wochen einen EnBW-Mitarbeiter zuhause wegen einer privaten Sache“, sagt er. Ihn habe er auf die leckende Stelle hingewiesen. „Bis auf ein Absperrgitter, das vor dem Leck an der Mauer aufgestellt wurde, ist aber nichts passiert“, sagt Czech.

Die Reparatur wird kompliziert

Die EnBW bestätigt, Kenntnis von der beschädigten Leitung zu haben. „Die Leitung gehört aber nicht uns, und wenn der Eigentümer uns nicht beauftragt, sie zu reparieren, können wir auch nichts machen“, sagt EnBW-Pressesprecher Jürgen Kaupp. Allerdings habe es bereits Gespräche mit dem Eigentümer gegeben.

Dieser ist die Stadt Stuttgart. Das Gelände des Weißenburgparks mit Teehaus und Marmorsaal liegt im Zuständigkeitsbereich des Garten- und Friedhofsamts. Dessen Amtsleiter Volker Schirner kennt das Problem. Den Wasserfluss zu unterbrechen, sei bisher nicht möglich gewesen. „Wir müssen noch lokalisieren, wo genau das Leck in der Leitung ist“, sagt er. „Gerade bei einer Topografie wie in dem betroffenen Bereich ist es keine Kleinigkeit, den Schaden zu reparieren.“

Tatenlos sei man in den vergangenen Wochen jedoch nicht gewesen, so der Amtsleiter. „Es waren schon Leute vor Ort“, sagt er, „wir konnten die auslaufende Wassermenge etwas reduzieren.“ Die beschädigte Leitung einfach von der Wasserzufuhr abzutrennen und somit den Wasserverlust zu stoppen, ist nach den Worten von Schirner kompliziert. Teilweise handele es sich auch um älteres Material, beispielsweise bei den sogenannten Schiebern, mit denen einzelne Leitungen vom gesamten Netz abgesperrt werden können. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Schaden bis nächste Woche gefunden haben“, sagt Schirner. Wenn das der Fall ist, kann die kaputte Leitung auch repariert werden.

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