Jeder kann mitlaufen in der Glemsaue – als Jogger, Walker oder auch im Fußgängertempo. Foto: factum//Simon Granville (Archiv)

Gleich im Kalender vormerken: Am Sonntag, 26. April, ist der nächste Ditzinger Lebenslauf. Die Benefiz-Veranstaltung für Mukoviszidose-Kranke wartet mit etlichen Neuerungen auf.

Ditzingen - Das Prinzip ist seit 1999 dasselbe: 4000 bis 5000 Menschen laufen an einem Sonntag, eine Runde mit zwei oder dreieinhalb Kilometern, so oft sie wollen und nicht auf Zeit. Sie geben pro Kilometer einen Beitrag für Mukoviszidose-Kranke. So, und Dank des Engagements Hunderter Helfer, sind in 21 Jahren schon mehr als zwei Millionen Euro zusammengekommen. Es sollen noch mehr werden – mit dem nächsten Ditzinger Lebenslauf Ende April. Der Verein Mukoviszidose und die Organisatoren brennen dafür. Und sie wollen die Umwelt entlasten: Es soll weniger Müll geben.

Appell: Eigene Flasche oder Becher mitbringen

Die Läufer erhalten jedes Jahr frisches Obst, Schokoriegel – und Mineralwasser. Das wurde bisher in kleinen Einmal-Plastikbechern abgegeben. Das war praktisch, produzierte allerdings sackweise Müll. Und den haben die Organisatoren jedes Jahr kritischer gesehen. Bis zu 20 000 Wegwerfbecher an einem Tag zu verbrauchen sei „einfach nicht mehr haltbar“ gewesen, sagt Jana Maierhofer, die Leiterin des Organisationsteams. „Wir wollen Plastik reduzieren.“ Deshalb appelliert das Lebenslaufteam in diesem Jahr an die Teilnehmer, ihre eigenen Becher oder Flaschen mitzubringen. Getränke gebe es nach wie vor umsonst – aber in Bechern, die eingesammelt, gespült und wieder verwendet werden. Man überlege, sich mit den Veranstaltern der Muko-Benefizläufe in Donaueschingen und in der Ortenau zusammenzutun. Zudem sollen Getränke nur in Glasflaschen geliefert werden – auf kurzen Wegen.

Lesen Sie hier: Die Geschichte eines Muko-Kranken – und wie eine OP sein Leben verlängert hat.

Bei vielen Sportlern ist der Lebenslauf fix im Saisonprogramm – wenn auch bei dem Spendenlauf für Muko-Kranke Höchstleistungen nicht im Vordergrund stehen. Die Veranstaltung hat sich vielmehr als gemütliche Mischung aus Sportveranstaltung ohne Rekorde, Familientreffen, gemeinsamer Bewegung für Alt und Jung und Volksfest etabliert. Läufer können einzeln oder in Gruppen kommen. Die Veranstalter appellieren an Frühaufsteher oder Langschläfer: Jeder, der vor 10 oder nach 12 Uhr starte, reduziere den Vormittagsstau auf der Strecke. Alle zusammen sammeln Geld für Mukoviszidose-Kranke.

Viele Sponsoren

Jedes Jahr kommen mehr als 100 000 Euro zusammen. Dazu tragen nicht nur die Läufer bei, die pro Kilometer ein paar Euro beisteuern – sondern auch zahlreiche Firmen als Sponsoren. Sei es, dass sie Maultaschen, Würste, Brötchen oder Getränke zur Verfügung stellen, dass sie den Shuttlebus vom Parkplatz und dem Bahnhof zum Laufgelände spendieren, dass sie die Runden-Euros ihrer Mitarbeiter übernehmen oder dass sie einen großzügigen Beitrag für die Kasse leisten.

Der Erlös des Lebenslaufs wird zum Beispiel verwendet, um eine halbe Arztstelle in der Muko-Ambulanz des Olgahospitals Stuttgart zu bezahlen oder eine Schwesternstelle in der Muko-Ambulanz der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen. Die psychologische Betreuung der Patienten und des Muko-Teams dort wird ebenso bezahlt wie eine Physiotherapeutin, die schwerkranke Muko-Patienten zu Hause behandelt. Und die Nachsorgeklinik Tannheim im Schwarzwald wird ebenso unterstützt wie etliche Forschungsprojekte.

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