Lebenslange Haft in Türkei gefordert Festgenommener US-Pfarrer soll Gülen-Bewegung nahe stehen

Von red/AFP 

Einem festgenommenen US-Pfarrer werde laut Anklageschrift vorgeworfen, zur „Führung“ der Gülen-Bewegung – die vom islamischen Prediger Fethullah Gülen (Foto) ausgeht – zu gehören. Foto: dpa/FGULEN.COM
Einem festgenommenen US-Pfarrer werde laut Anklageschrift vorgeworfen, zur „Führung“ der Gülen-Bewegung – die vom islamischen Prediger Fethullah Gülen (Foto) ausgeht – zu gehören. Foto: dpa/FGULEN.COM

Einem festgenommenen US-Pfarrer werde laut Anklageschrift vorgeworfen, zur „Führung“ der Gülen-Bewegung zu gehören. Die türkische Staatsanwaltschaft fordert nun eine lebenslange Haft für den Mann.

Istanbul - Ein türkischer Staatsanwalt hat am Dienstag lebenslange Haft für einen US-Pfarrer wegen dessen angeblicher Beteiligung am gescheiterten Putschversuch von 2016 gefordert. Andrew Brunson werde laut Anklageschrift vorgeworfen, zur „Führung“ der Gülen-Bewegung zu gehören, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Brunson, der 20 Jahre lang zusammen mit seiner Frau eine Kirche in der Stadt Izmir leitete, sitzt seit Oktober 2016 in türkischer Haft.

Der islamische Prediger Fethullah Gülen wird von der Türkei für den Putschversuch im Juli 2016 gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan verantwortlich gemacht. Gülen, der im Exil im US-Bundesstaat Pennsylvania lebt, bestreitet die Vorwürfe. Erdogan hatte im vergangenen September angedeutet, Gülen gegen den US-Pfarrer austauschen zu wollen. Washington lehnt dies ab. US-Außenminister Rex Tillerson hatte im März 2017 Brunsons Ehefrau Norine getroffen, die ebenfalls festgenommen, dann aber wieder freigelassen worden war. Tillerson sagte, Brunson säße „zu Unrecht“ im Gefängnis.

Tiefpunkt bei internationalen Beziehungen erreicht

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich unter anderem wegen der Unterstützung kurdischer Milizen in Syrien durch die USA an einem Tiefpunkt. Die Anklage gegen Brunson eineinhalb Jahre nach seiner Inhaftierung zeigt, wie ernst der Fall ist. Allerdings gibt es auch Beispiele, in denen die Erhebung der Anklage die Lösung eines Falles vorantreiben konnte. So wurde der „Welt“-Journalist Deniz Yücel am 16. Februar nach mehr als einem Jahr im Gefängnis freigelassen - am selben Tag, an dem er wegen angeblicher Terrorpropaganda angeklagt wurde.

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