Die vom University College London Centre for Space Exochemistry Data Research zur Verfügung gestellte Darstellung zeigt den Exoplanet K2-18b (rechts) und seinen Gaststern (links) und einen begleitenden Planeten in diesem System. Zum ersten Mal haben Astronomen Wasser auf einem Planeten in der lebensfreundlichen Zone eines anderen Sterns nachgewiesen. Foto: M. Kornmesser/ESA/Hubble/dpa

Zwei Teams aus Großbritannien und Kanada feiern die Entdeckung als Durchbruch bei der Suche nach außerirdischem Leben. Besonders einladend wäre der Exoplanet K2-18b für den Menschen nicht, doch dort könnte sich eine andere Form von Leben entwickelt haben.

London/Cape Carnaveral - Ein 110 Lichtjahre entfernter Planet außerhalb unseres Sonnensystems erfüllt die wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben. Der Exoplanet K2-18b sei der erste, auf dem sowohl adäquate Temperaturen als jetzt auch die Existenz von Wasser nachgewiesen worden seien, berichteten Wissenschaftler vom University College in London in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“.

Zu einem ähnlichen Schluss kam ein kanadisches Forscherteam, dessen Studie zu dem Thema allerdings noch nicht veröffentlicht ist.

Die sogenannte Supererde im Sternzeichen Löwe ist zwei mal so groß wie unser Planet und hat die achtfache Masse. Der Stern, den der Planet umkreist, ist allerdings nicht mit unserer Sonne vergleichbar. Es ist ein roter Zwerg, der viel kühler und kleiner ist.

Auch die Atmosphäre des Exoplaneten sei eine ganz andere als unsere, sagt der Erstautor des Londoner Forscherteams, Angelos Tsiaras, und warnt: „Dies ist definitiv keine zweite Erde.“ Ihm und seinem Team gehe es nur um die Frage, ob der Planet potenziell bewohnbar sein könnte.

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Tödliche Strahlung umhüllt den Planeten

Für Menschen wäre das schwierig. K2-18b umkreist seinen Stern in 33 Tagen, während die Erde ein Jahr dafür braucht. Die Temperaturen reichen von minus 73 bis plus 45 Grad Celsius. Der rote Stern, der auch tagsüber rot am Himmel leuchtet, bombardiert nach Einschätzung der Wissenschaftler den Planeten mit Strahlung, die menschliche Besucher sehr rasch an Krebs erkranken lassen würde. Das Leben dort könnte sich aber auf andere Art und Weise entwickelt haben, sagte der Deutsche Ingo Waldmann, der an der Londoner Studie beteiligt war.

Björn Benneke von der University of Montreal, Chefastronom des kanadischen Forscherteams, sagte: „Dies stellt den bisher größten unternommenen Schritt in Richtung unseres ultimativen Ziels dar: Leben auf anderen Planeten zu entdecken und zu beweisen, dass wir nicht alleine sind.“

Felsige Supererde mit Wasserdampf in der Atmosphäre

Die 2015 entdeckte Supererde – in diese Kategorie fallen alle Exoplaneten mit einer größeren Masse als die Erde aber einer geringeren als die Gasriesen Uranus und Neptun – dürfte felsig sein. Es ist aber unklar, ob dort Wasser auf der Oberfläche fließt.

Dass er in der bewohnbaren Zone rund um seinen Stern ist, war bereits bekannt. Die beiden Forschergruppen entdeckten nun auch Wasserdampf in der Atmosphäre. Den kanadischen Forschern zufolge könnte es dort sogar regnen.

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Trappist-1

Im Februar 2017 hatte die US-Weltraumbehörde Nasa die Existenz eines anderen erdähnlichen Sternensystem bekannt gegeben: Trappist-1. Die Wissenschaftler hatten rund um Trappist-1 in 39,13 Lichtjahren Entfernung von der Erde (umgerechnet 370 Billionen Kilometer; die Strecke zwischen Erde und Mond misst 384 400 Kilometer) sieben erdähnliche Planeten entdeckt. Auf drei dieser Himmelskörper könnte es Wasser geben und damit die Voraussetzung für Leben.

Erst seit gut zwei Jahrzehnten ist der Nachweis von immer mehr Exoplaneten – dass heißt Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die über erdähnliche Bedingungen verfügen könnten – gelungen. Entscheidend für die Entdeckung von Trappist-1 ist seine Nähe zur Erde. Inzwischen vermehren sich die Hinweise, dass in unserer Galaxie, der Milchstraße, unzählige derartige Himmelskörper herumschwirren.

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