Flüchtlinge warten in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen auf die Essensausgabe. Foto: dpa

Der Leiter der Lea Ellwangen fordert einen Aufnahmestopp für seine Einrichtung. Das Integrationsministerium will aber keine Zusagen machen. Sigmaringen hilft Ellwangen derweil.

Stuttgart/Ellwangen - Das Integrationsministerium erteilt der Forderung nach einem Aufnahmestopp für die überlastete Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) in Ellwangen (Ostalbkreis) eine Absage. „Wir wollen die derzeitige Zahl der Flüchtlinge in Ellwangen nicht erhöhen, aber wir können im Moment nichts ausschließen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Der Leiter der Einrichtung, Berthold Weiß, hatte am Montag in der SWR-Sendung „Landesschau aktuell“ einen sofortigen Aufnahmestopp gefordert. In der Nacht zum Sonntag war es in der Einrichtung erneut zu einer Auseinandersetzung zwischen rund 40 Bewohnern gekommen. Mindestens drei Menschen wurden laut Polizei verletzt. Die Lea war ursprünglich für 500 bis maximal 1000 Menschen geplant, am Dienstagmorgen lebten dort rund 3400 Hilfesuchende.

150 Flüchtlinge aus Ellwangen kommen nach Sigmaringen

Der Regierungsbezirk Tübingen hilft der überfüllten Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) für Flüchtlinge in Ellwangen (Ostalbkreis). Insgesamt 150 Asylbewerber sollen nach Sigmaringen gebracht werden, sagte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Tübingen am Dienstag. Ob alle noch am Dienstag umziehen sollen, konnte sie zunächst nicht sagen.

Sigmaringen ist eine Außenstelle der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Meßstetten (Zollernalbkreis). „Wir sind auch bei über 2400, das heißt, wir können jetzt für Ellwangen für keine Entlastung sorgen“, sagte der Leiter Frank Maier. „Aber ich habe natürlich Verständnis, dass man da für Abhilfe sorgen muss.“ Sigmaringen liege aktuell bei mehr als 1000 Menschen, ursprünglich waren 400 geplant. Dort seien weitere Gebäude auf dem Kasernengelände angemietet geworden.

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