Manch ein Kommunalpolitiker erhoffte sich vom Bauprojekt in der Königstraße 1–3 eine „Landmark“. Die wird es nun nicht geben. Und das ist gut so, meint Josef Schunder im Kommentar. An der Stelle brauche es kein Gebäude, das krass aus der Reihe tanzt.
Stuttgart - Aus die Maus. Die Bauherrin LBBW-Immobilien baut ein Projekt zurück, mit dem sie 2019 ziemlich viel Staub aufgewirbelt hatte. Über die Gründe schweigt sie noch. Auf jeden Fall dürften mit einer Revitalisierung der Altbauten statt Neubauten die Kosten sinken. Und dass man nach vielen Monaten der Pandemie noch einmal gut überlegt, ob man Hotelflächen sehr stark ausweitet, liegt ja auch nahe.
Ohne Architektenwettbewerb geht es nicht
Wer noch auf einen großen architektonischen Wurf am Anfang der Königstraße gehofft hatte, auf eine Landmark gar, die in jedem Reiseführer gerühmt wird, mag nun enttäuscht sein. Doch ob das wirklich der Platz für einen Neubau gewesen wäre, der aus der Reihe tanzen darf, war ohnehin immer fraglich. Dass nun viel graue Masse erhalten wird und sie mit neuen Fassaden schöner verpackt wird, ist der Ökobilanz wohl eher zuträglich. Das kann ja auch ein vorzeigbares Ergebnis zeitigen, wenn es richtig angepackt wird. Ohne Architektenwettbewerb wird es aber nicht gehen.
Der Monsterkomplex bleibt nun leider wenig proportioniert
Klar, den bisherigen Monsterkomplex zu portionieren gelingt jetzt nur eingeschränkt. An der Kronenstraße wird es keinen freien Blick auf den Schlossgarten geben. Aber die düstere Theaterpassage verschwindet, das Hotel am Schlossgarten, das den Stuttgarter gut vertraut ist, bleibt in seiner bisherigen Gestalt. Auch ein Trost. Wie der Umstand, dass der Stadt wohl eine viel längere Bauzeit erspart bleibt.