Foto: AP

Mit dem Abschuss zweier Testraketen hat Nordkorea am Donnerstag die Spannungen wegen seines Atomwaffen- und Rüstungsprogramms weiter verschärft.

Seoul - Mit dem Abschuss zweier Testraketen hat Nordkorea am Donnerstag die Spannungen wegen seines Atomwaffen- und Rüstungsprogramms weiter verschärft. Anscheinend habe es sich bei dem neuerlichen Test um Raketen von kurzer Reichweite gehandelt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums vor Journalisten in Seoul. Die Raketen seien in der Nähe der Stadt Wonsan an der Südostküste des Landes abgeschossen worden. Details waren zunächst nicht bekannt.

Zuvor hatte die südkoreanische Zeitung "JoongAng Ilbo" berichtet, dass das Militär des kommunistischen Nachbarlandes möglicherweise kurz vor einer neuen Serie von Raketentests steht. Es gebe Anzeichen dafür, dass Nordkorea sowohl Boden-Schiffsraketen als auch ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ Scud-B mit einer Reichweite von 340 Kilometern oder sogar Rodong-Raketen mit noch höherer Reichweite zum Abschuss vorbereite, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

Nach seinem zweiten Atomtest am 25. Mai hatte Nordkorea zuletzt eine Reihe von Raketen mit kurzer Reichweite abgefeuert. Der Atomversuch und die Raketenabschüsse wurden international als Provokation gesehen. Nach südkoreanischen Angaben hatte Nordkorea im vergangenen Monat auch wegen einer Militärübung Teile der Ostküste für den Schiffsverkehr gesperrt. Das Verbot soll bis zum 10. Juli wirksam sein. Japan sei von Nordkorea darüber informiert worden. Beobachter werteten die Vorwarnung als Zeichen für mögliche Vorbereitungen auf neue Raketentests.

Unterdessen haben Süd- und Nordkorea am Donnerstag ihre Gespräche über die Zukunft ihres letzten noch verbliebenen großen Wirtschaftsprojekts fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Vertretern beider Länder standen erneut die Forderungen Nordkoreas nach mehreren hundert Millionen Dollar für den Weiterbetrieb des gemeinsam Industrieparks in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. Die Zukunft des von Südkorea finanzierten Gewerbekomplexes hängt angesichts zunehmender politischer Spannungen in der Schwebe. Eine Verhandlungsrunde vor knapp zwei Wochen blieb ohne Fortschritte. Im Mai hatte Nordkorea einseitig alle Verträge über den Komplex für nichtig erklärt hatte.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: