Im Jahr 2018 hatte die heute 19-jährige Sophia Flörsch bei einem schrecklichen Unfall in Macau. Foto: AP/Michael Sohn

Einen deutschen Sieg durch Sophia Flörsch gab es bei den Laureus Sport Awards in der Kategorie Comeback des Jahres. Bei den Sportlern setzten sich der britische Formel-1-WM-Champion Lewis Hamilton und Fußballstar Lionel Messi durch.

Berlin - Gegen Sophia Flörsch hatte sogar Jürgen Klopp und sein FC Liverpool keine Chance: Die Münchner Formel-3-Pilotin wurde bei den Laureus Awards in der Verti Music Hall in Berlin als erste Deutsche in der Kategorie Comeback des Jahres ausgezeichnet. Zu den Konkurrenten in der Endausscheidung gehörte auch der Champions-League-Sieger mit seinem deutschen Teammanager Klopp, der auf dem Weg zum Titel in der Königsklasse nach einem 0:3 im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Barcelona noch ins Finale gestürmt war und zurzeit die englische Premier League in Grund und Boden spielt.

Aber die Comeback-Qualitäten von Sophia Flörsch wurden höher bewertet. Im Jahr 2018 hatte die heute 19-Jährige bei einem schrecklichen Unfall in Macau, als ihr Bolide abhob und in einen Fangzaun krachte, eine Fraktur der Wirbelsäule erlitten. Die anschließende Operation dauerte elf Stunden. Schon einen Monat später hatte Flörsch ihre Absicht erklärt, 2019 das Rennen in Macau wieder fahren zu wollen, das geschah im November 2019.

Lisboa-Kurve hat ihr Leben verändert

Die berüchtigte Lisboa-Kurve hat ihr Leben verändert. An dieser Stelle, schrieb sie später zu einem Video bei Instagram scherzhaft, habe sie versucht, Flugzeug zu spielen. Dann schwenkt sie mit der Kamera vom Boden nach rechts in die Höhe.

Damals brachen bei dem spektakulären Crash der Brustwirbel T3 und der Halswirbel C7, und weil „das Rückenmark zu 50 Prozent gequetscht war, musste ich am nächsten Tag sofort operiert werden“, berichtete Flörsch später. Den zertrümmerten Halswirbel ersetzten die Ärzte mit einem Stück aus der Hüfte der Münchnerin. 

„Dort“, sagte sie, „habe ich jetzt so eine Beule, ein Loch. Das ist relativ komisch.“ Für Tennis-Ikone Boris Becker ist das Comeback von Sophia Flörsch „einfach unglaublich“, sich nach einem solchen Unfall wieder hinters Steuer eines Boliden zu setzen, sei nicht zu fassen. 

Turn-Star Simone Biles triumphierte zum dritten Mal

Die Münchnerin berichtete selbst, dass sie wohl den Beistand von „1000 Schutzengeln mit an Bord“ gehabt habe. Flörsch gab beim Laureus-Votum außer Liverpool, Andy Murray (Großbritannien/Tennis), Christian Lealiifano (Australien/Rugby), Nathan Adrian (USA/Schwimmen) und Kawhi Leonard (USA/Basketball) das Nachsehen. Und wo kommt das gute Stück zunächst hin? „Wohl auf den Nachttisch“, hatte Flörsch vorher schon für den Fall einer Auszeichnung ausgeplaudert.

Turn-Star Simone Biles (USA) wiederholte derweil ihren Vorjahreserfolg als beste Sportlerin und triumphierte zum insgesamt dritten Mal. In der Kategorie Sportler des Jahres gab es erstmals zwei Preisträger: Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) und der sechsmalige Weltfußballer Lionel Messi aus Argentinien erhielten den Award. Deutsche Sportler bzw. Sportlerinnen waren für die Endausscheidung diesmal nicht nominiert worden.

Team des Jahres: Die Rugby-Weltmeister aus Südafrika

Ebenfalls ausgezeichnet wurden Tour-de-France-Sieger Egan Bernal (Kolumbien) in der Kategorie Durchbruch des Jahres. Als Team des Jahres wurde Rugby-Weltmeister Südafrika geehrt. In der Kategorie Behindertensportler/in wurde Oksana Masters (USA/Para-Ski-nordisch) gewählt. Wie im Vorjahr wurde in der Kategorie Action Chloe Kim (USA/Snowboard-Olympiasiegerin in der Halfpipe) ausgezeichnet.

Die gemeinnützige Laureus-Stiftung, die sich weltweit mit verschiedenen Sport-Projekten für benachteiligte Kinder einsetzt, zeichnet Sportler und Sportlerinnen für ihre Leistungen im zurückliegenn Kalenderjahr aus.

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