Ultraschall der Brust – eine Patientin bei der Vorsorgeuntersuchung. (Symbolfoto) Foto: imago images/Panthermedia/Kzenon

Wann war der letzte Termin beim Gynäkologen? Warum es so wichtig ist, regelmäßig zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt zu gehen und welche Vorsorgeuntersuchungen ab welchem Alter sinnvoll sind.

Stuttgart - Am besten, man trägt es sich im Kalender ein: Der regelmäßige Besuch beim Gynäkologen ist für Frauen jeden Alters wichtig. Auch wenn man keine Beschwerden hat. Einmal im Jahr sollte man sich untersuchen lassen, noch besser wäre alle sechs Monate. Welche Vorsorgeuntersuchungen gemacht werden, hängt vom Alter der Patientin ab.

 

Jugendliche

Junge Mädchen sollten zwischen 14 und 16 Jahren das erste Mal zum Frauenarzt gehen – spätestens aber dann, wenn sie Interesse an der Männerwelt entwickeln. Für viele Jugendliche ist der erste Termin beim Gynäkologen heikel, deshalb ist es schön, wenn sie von ihrer Mutter begleitet werden. Es gibt Frauenärztinnen und -ärzte, die sich auf die Kinder- und Jugendgynäkologie spezialisiert haben.

Bereits ab neun Jahren kann der Kinderarzt Mädchen und Jungen gegen Humane Papillomaviren (HPV) impfen. Diese Viren können unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen. Am besten, die Impfung erfolgt noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Sie ist aber auch danach noch sinnvoll. Warum auch Jungen geimpft sein sollten? Sie können die Viren nicht nur übertragen, auch Männer können durch HPV-Infektionen an Krebs erkranken.

Außerdem sollte man über verschiedene Verhütungsmethoden sprechen. Für manche passt die Pille am besten, anderen sagt die Spirale eher zu.

Frauen ab 20

Ein regelmäßiger PAP- oder Krebsabstrich ist bei Frauen jeden Alters wichtig. Dabei können Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane, zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, erkannt werden. Bei Frauen, die wechselnde Geschlechtspartner haben, ist auch ein Chlamydienabstrich sinnvoll. Chlamydien sind Bakterien, die Entzündungen der Scheide, Harnröhre oder im Analbereich auslösen können. Aus Eileiterentzündungen kann Unfruchtbarkeit resultieren. Chlamydien werden bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen.

Neben dem Abtasten der Brust gehören unter Umständen auch ein Ultraschall der Brust und des Unterbauchs zur Vorsorgeuntersuchung dazu. Vor 40 ist eine Mammographie nicht sinnvoll – man sieht dort praktisch nichts. Frauen sollten ihre Brust auch regelmäßig selbst abtasten. Das funktioniert am besten beim Einseifen unter der Dusche. Manche lassen es auch ihren Mann machen – denn der kennt die Brust seiner Liebsten oft besser als sie selbst.

Frauen ab 40/50

Bei Frauen mit erblicher Vorbelastung schon ab 40, bei allen anderen spätestens ab 50 gehört eine Mammographie zur Vorsorge dazu. Eine Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Die Brust wird zwischen zwei Plexiglasscheiben möglichst flach gedrückt – je flacher, desto aussagekräftiger ist später das Bild. Für Frauen mit festem Brustgewebe kann das etwas unangenehm sein. Dafür dauert eine Aufnahme aber auch nur wenige Sekunden.

Eine Mammographie sollte alle zwei Jahre durchgeführt werden. Haben Frauen Fälle von Brustkrebserkrankungen in der Familie, gilt es, das genau abzuklären und eine intensivere Vorsorge zu machen.

Ab 50 ist auch eine Darmkrebsvorsorge ratsam. Dabei wird der Stuhl auf nicht sichtbares Blut untersucht, das ein erster Hinweis auf Darmkrebs sein kann. Ab 55 bezahlen die Krankenkassen den Test alle zwei Jahre.

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