Die Filialleiterin Büsra Ceylan in der bunten Neonwelt der Sindelfinger Laserbase. Foto: factum/Simon Granville

Lasertag ist ein noch relativ junges Freizeitvergnügen, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Kritiker bezeichnen Lasertag als Kriegsspiel. Die Macher der Laserbase in Sindelfingen sagen, der Spaß stehe im Vordergrund.

Sindelfingen - Silke Jafari und ihre Kollegen sind Serientäter. Bereits zum dritten Mal sind sie an den Tatort zurückgekehrt, um dort wild um sich zu schießen. Verletzt wird dabei jedoch niemand – denn die fünf schießen nur mit Laserstrahlen, oder genauer gesagt: mit Infrarotlicht. „Es macht Spaß, sich nach der Arbeit ein bisschen auszupowern, das ist auch gut für das Team-Building mit den Kollegen“, sagt Silke Jafari über das Freizeitvergnügen, das eine wachsende Zahl von Fans findet.

In der Laserbase in Sindelfingen spielen die Teilnehmer in zwei Teams gegeneinander. Der Raum ist dunkel, Nebel wabert zwischen den Hindernissen hervor. Diese leuchten in Neonfarben im Schwarzlicht. Futuristische Motive an den Wänden verstärken den Eindruck, man befinde sich in einer anderen Welt.

Silke Jafari und ihre Kollegen legen sich die Westen mit den sogenannten Phasern daran an, aus denen sie die grünen oder roten Laserstrahlen abschießen können. Wenn sie den Gegner an den Sensoren an Brust, Rücken oder an den Schultern treffen, bekommen sie einen Punkt. Wenn sie selbst getroffen werden, wird ihnen ein Punkt abgezogen. Wenn die Munition verbraucht ist, müssen sie ihre Phaser wieder an den Ladestationen aufladen.

Laserwaffen werden auch beim Militär benutzt

Zwar werden die Laserwaffen auch beim Militär genutzt, um Gefechte zu simulieren, doch in der Laserbase Sindelfingen verzichtet man bewusst auf Begriffe, die in Zusammenhang mit einem Kriegsspiel stehen könnten. Die Filialleiterin Büsra Ceylan spricht davon, den Gegner „zu markieren“, statt ihn „abzuschießen“. „Allein schon wegen der futuristischen Optik steht der Spaß bei uns im Vordergrund – mit einem Kriegsspiel hat das nichts zu tun“, versichert Büsra Ceylan. Und gefährlich sei Lasertag auch nicht. „Aus den Phasern kommt nur harmloses Infrarotlicht, damit kann man sich nicht verletzen“, sagt Büsra Ceylan. In der Halle sei es aber verboten zu rennen, damit man in der Dunkelheit nicht gegen ein Hindernis renne. „Viele unterschätzen, wie anstrengend Lasertag sein kann. Man macht hier schon richtigen Sport“, sagt sie. Deshalb empfiehlt sie den Teilnehmern, sich sportlich und möglichst dunkel zu kleiden, damit man im Schwarzlicht kein leichtes Ziel abgibt.

Jugendamt wollte Kindern den Zutritt verbieten

In Bayern war ein Betreiber einer Lasertag-Arena vor Gericht gezogen, weil das Ingolstädter Jugendamt nicht zulassen wollte, dass Kinder unter 14 Jahren bei ihm Zutritt bekommen. In dunklen Hallen mit Laser-Strahlen aus Plastikwaffen auf andere zu schießen, das sei laut dem Jugendamt nicht mit dem Kinderschutz vereinbar. Das Münchner Verwaltungsgericht sah das jedoch anders und hob den Bescheid des Jugendamtes Ende März auf. Demnach hätte das Jugendamt nicht allgemein den Zugang für bestimmte Altersgruppen untersagen dürfen, sondern nur konkrete Spiele.

Bei der Aktion Jugendschutz in Baden-Württemberg gilt die Faustregel: Je unrealistischer und futuristischer die Gestaltung der Umgebung und der spielrelevanten Gegenstände, desto mehr Distanz können Kinder zum Geschehen aufbauen und umso weniger könne von einer negativen oder gar schädigenden Wirkung ausgegangen werden. In der Laserbase in Sindelfingen liegt das Mindestalter bei zwölf Jahren. „Die Ausrüstung ist für kleinere Kinder zu schwer – außerdem denken wir, dass sie von den Spielregeln eher überfordert wären und noch nicht so viel davon haben“, gibt Büsra Ceylan zu bedenken.

Zu ihren Kunden zählen zwar viele Familien mit Kindern, doch es kommen auch Erwachsene mit ihren Kollegen nach der Arbeit oder zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Junggesellenabschieden. Gut besucht ist die Laserbase vor allem in den Ferien. Deshalb steht der Umzug in eine größere Halle in der Nähe des jetzigen Standorts an. Auch diese Halle soll wieder fantasievoll gestaltet werden. Doch bis Ende Mai können Lasertag-Fans noch die Halle am gewohnten Standort besuchen.

Lasertag in der Region Stuttgart:

Arenen: Die Lasertag-Arenen schießen auch in der Region Stuttgart wie Pilze aus dem Boden. Der Inhaber der Laserbase in Sindelfingen hat noch weitere Filialen in Esslingen und Karlsruhe. Auch in Kornwestheim, Göppingen oder Stuttgart kann man sich bei anderen Anbietern mit dem Laserstrahl bekämpfen. Fun-Sport-Events bietet in Stuttgart auch Lasertag für Kinder ab sechs Jahren an. Diese spielen mit einer speziellen Ausrüstung, die einfacher zu bedienen ist, auf einem separaten Feld.

Abgrenzung : Im Gegensatz zu Paintball und Airsoft werden bei Lasertag keine Kugeln verschossen. Somit tragen die Spieler keine blauen Flecken davon oder werden auch nicht schmutzig. Aufgrund der Technik können die Daten aufgezeichnet und verglichen werden, was bei den analogen Spielen nicht möglich ist.

Spielstätten:
In Deutschland gibt es rund 230 Indoor-Laser-Tag-Spielstätten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: