Ein Jahr lang mussten die Fußballer des SVB auf andere Plätze ausweichen. Der Kunstrasen war mehr als doppelt so lang gesperrt als ursprünglich geplant. Doch das Warten scheint sich immerhin gelohnt zu haben.
Die Fußballer der SV Böblingen dürfen wieder auf dem Kunstrasenplatz am Silberweg kicken. Nachdem sie fast auf den Tag genau ein Jahr darauf verzichten mussten – und sieben Monate länger als gedacht. Im Januar hatte Michael Korac, sportlicher Leiter Jungs bei der SVB, seinem Ärger über die Verzögerung noch deutlich Luft gemacht. Doch beim Training der U15 am Freitag scheint die Freude über den neuen Platz den Ärger zu überwiegen. „Der macht einen sehr guten Eindruck“, sagt der 46-Jährige. „Ich find’s richtig gut“, lautet auch das Urteil von Domenik, der gerade vom Spielfeld läuft.
Die U15 trainierte in den vergangenen Monaten meist auf dem Kunstrasenplatz am Zimmerschlag und musste, wie die anderen Mannschaften der SVB auch, einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Am Zimmerschlag ist das Spielfeld kleiner, die Tore sind es auch, das Flutlicht, das es nur auf einer Seite gibt, blendete die Spieler. „Dort konnten wir nicht richtig trainieren“, sagt Domenik. „Es macht viel mehr Bock hier auf dem Kunstrasen zu spielen“, findet auch sein Teamkollege Anthony.
Platz hätte im Oktober fertig werden sollen
Seit Ende Mai 2023 war der Kunstrasenplatz oberhalb der S-Bahnstation Goldberg für Sanierungsarbeiten gesperrt. Ursprünglich hätte er im Oktober fertig sein sollen. Doch Schwierigkeiten mit dem Unterboden und die Witterung zogen die Arbeiten in die Länge, kurzzeitig mussten sie ganz gestoppt werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Kosten: Sie stiegen laut der Stadt von 1,54 Millionen Euro auf voraussichtlich 1,9 Millionen Euro.
„Wir haben 22 Jugendmannschaften, vier Mädchenmannschaften und zwei aktive Herrenmannschaften“, zählt Korac auf. Deshalb habe dieses Jahr ohne den Platz auch so wehgetan. Manche Teams hätten kaum mehr in Böblingen und fast nur auswärts Turniere gespielt. Viele Trainings fanden am Zimmerschlag oder auf dem Hockeyplatz am Otto-Hahn-Gymnasium statt. Unter Bedingungen, die den Trainingsansprüchen von Mannschaften, die teils in der Oberliga und der Verbandsstaffel kicken, nicht genügt hätten. Für die sportliche Entwicklung seien diese Einschränkungen nicht förderlich gewesen, ist sich der sportliche Leiter sicher.
Platz trotzt Starkregen
Doch jetzt heißt es nach vorne schauen und den neuen Platz genießen. Der stellte am Freitag gleich seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis. „Obwohl es fast den ganzen Tag geregnet hat, war er nicht rutschig“, sagt Korac zufrieden. Das sei nicht bei allen Kunstrasenplätzen so. Einziges, winziges Manko: Der Platz sei jetzt circa einen Meter höher als vorher. Mit der Folge, dass sich das Verkaufsbrett des alten Kiosk nicht mehr auf Bauch-, sondern auf Kniehöhe befindet. „Außerdem passt jetzt der alten Container nicht mehr so richtig zum Erscheinungsbild“, meint Korac schmunzelnd.
Noch ist der Platz nur fürs Training, nicht für Spiele freigegeben. Das passiert voraussichtlich diese Woche. Anthony und Domenik jedenfalls freuen sich auf ihr erstes Liga-Spiel auf dem frischen Kunstrasen. Und sind sich einig: Das werden sie gewinnen.