Am Samstag wird der Hafen Stuttgart zur Lichtbühne, gehen selbst Bank-Türen auf und leuchtet der Fernsehturm in Wunschfarben. Wir haben Tipps für die Lange Nacht der Museen.
An diesem Samstag, 16. März, macht die Lange Nacht der Museen von 18 bis 1 Uhr die Nacht zum Kulturtag: 64 Museen, Kulturinstitutionen, Galerien und andere Ausstellungsorte in Stuttgart warten darauf, entdeckt zu werden.
1. Einfach abtauchen
Manchmal muss man einfach abtauchen. Die Lange Nacht der Museen hat dafür eine einfache Lösung: Möglichst direkt um 18 Uhr für den Abstieg ins Bunkerhotel unter dem Marktplatz anstellen. Oder auch sich im Trinkwasserspeicher umsehen. Die Türen öffnen sich auch zum historischen Wasserbehälter der Netze EnBW. 1882 mit einem Volumen von 10 000 Kubikmetern gebaut und später auf die doppelte Größe erweitert, versorgte er die Stuttgarter Innenstadt bis 2018 mit Trinkwasser. Und auch im Württembergischen Landesmuseum geht es in die Tiefe. An der Ausgrabungsstätte sieht man die ältesten aufgedeckten Siedlungsspuren, frühmittelalterliche Grubenhäuser. Sie stammen aus dem 8. Jahrhundert.
2. Einfach reingehen
Vormerken kann man sich auf jeden Fall die offenen Türen am BW-Bank-Hauptsitz am Kleinen Schlossplatz. Es locken Werke aus der Kunstsammlung der Landesbank Baden-Württemberg. Was sind Menschen bereit, für Geld zu tun? Das fragen in der Sonderschau „Lebenswelten. Zwischen Ökonomie und Ökologie“ Künstlerinnen und Künstler wie Christian Jankowski und Diana Thater mit ihren Werken.
3. Einfach staunen
Apropos Kunst – sie gibt es bei der Langen Nacht in allen Spielarten und allen Facetten zu entdecken. Mitunter auch in der zweiten Reihe wie in Degerloch: In einem kleinen ehemaligen Backhaus im Hinterhof der Epplestraße 11 sind drei Künstlerinnen zu Hause. In Kürze heißt es im Programm: „Zur Langen Nacht macht Beate Dizinger Mosaikvorführungen, Valérie Danielski zeigt Stillleben auf Zedernholz und Katja Fezer-Eifert Techniken der abstrakten Malerei“.
4. Einfach tanzen
Auch die Fotokunst gehört zur Langen Nacht. Ließ er zuletzt Beschäftigte und Freunde des IT-Dienstleisters SSC Services in Böblingen über seine Fotoarbeiten staunen, zeigt Stephan Zirwes nun im Club Traube in Stuttgart-Ost (Pfarrer-Georgii Straße 10), wie sich sonst unzugängliche Lagerräume in ein optisches Abenteuerland verwandeln lassen. Die Musik zur „Weinparty“ kommt von Mme Brico. Und auch im Innenstadtbüro unserer Zeitung (Geißstraße 4) gibt es tolle Fotokunst: „Gute Nacht – Nightlife im Kessel“ heißt die Schau. Zudem sprechen Eva-Maria Gebhardt um 19 Uhr, Saeed Kakavand (20 Uhr), Vanessa Ruckh (21 Uhr) und Bella Christmann (22 Uhr) über das, was den Talkessel ausmacht. Von 22.30 Uhr an wird getanzt – dafür sorgt DJ klarmusik.
5. Einfach schauen
Begeisterte glauben, die Lange Nacht der Museen gebe es einzig, um ordentlich Rückenwind für den von der Stadt noch immer sträflich unterschätzten schönsten Ort Stuttgarts zu geben – das Hafenareal (Am Mittelkai 5). Und es stimmt ja: Erst eine Hafenrundfahrt und das Erleben grandioser Lichtinszenierungen machen die Lange Nacht unvergesslich – da nimmt man Wartezeiten gerne in Kauf.
6. Einfach fahren
Nicht mehr wegzudenken aus dem Programm der Langen Nacht, ist auch das Rollende Museum des Württembergischen Automobilclubs. Hinter dem leicht sperrigen Titel wartet im Ehrenhof des Neuen Schlosses ein Aufgebot an glänzenden Oldtimern. Noch besser: Wer will, kann einsteigen und auf einer 15-minütigen Tour durch Stuttgart Schönes, Klassisches und Überraschendes lernen. Oder sich mit allerlei Wissenswertem und Anekdoten rund um die Geschichte des Automobils unterhalten lassen.
7. Einfach erinnern
Leicht macht es einem die Württembergische Landesbibliothek auf den ersten Blick nicht. Zu sehen sind naturgemäß vor allem Bücher und Regalmeter. Und auch die Sonderschau „Elsass unterm Hakenkreuz“ hält von Oberflächen-Plauderei wenig. Das bis Mitte der 1950er Jahre schwierige Kapitel der deutsch-französischen Geschichte steht hier im Fokus, voreilige Begeisterung wie voreiliges Vergessen inklusive. Hier lohnen in jedem Fall die stündlichen Führungen.
8. Einfach dabeisein
Soll in drei Jahren nicht die Internationale Bauausstellung Region Stuttgart (IBA ’27) stattfinden? So richtig zünden will das Projekt noch nicht. Dabei gibt es doch, wie im Ausstellungsraum, Calwer Straße 5, zu erleben, immer etwas zu entdecken. Gerade darum sollte man sich sich die Zeit für einen Stopp nehmen – und die IBA-Vorhaben danach noch aufmerksamer begleiten.
Einfach einchecken
64 tolle Orte hält die Lange Nacht der Museen 2024 bereit. Organisiert wird die Veranstaltung vom Stuttgartmagazin Lift. Tickets gibt es für 22 Euro (ermäßigt 16 Euro) online, an allen Vorverkaufsstellen sowie am Samstag auch an den Abendkassen. Telefonisch bekommt man sein Ticket auch – unter 07 11 /60 17 17 30. Mehr Informationen gibt es unter www.lange-nacht.de .