Die lange Einkaufsnacht unter dem Motto „Stuttgart City blüht“ wurde von den Kunden gut angenommen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Das gute Wetter am Samstag hat den Händlern in Stuttgarts Innenstadt bei der langen Einkaufsnacht gute Umsätze beschert. Besonders zu später Stunde haben viele Kunden zugeschlagen.

Stuttgart - Auf der Bühne des Popbüros Region Stuttgart am Rotebühlplatz machen zwei junge Männer und eine junge Frau gerade einen Soundcheck. Sie sind die die Band „Naked Hazelbeard“ aus Esslingen und beginnen gegen 18.30 Uhr die lange Einkaufsnacht „Stuttgart City blüht“. „Wir können gleich anfangen“, sagt Sänger Jan Weitzenbürger. „Aber wir haben keinen Stress.“

Damit fasst der Musiker die Stimmung in der Stuttgarter Innenstadt an diesem Samstagabend treffend zusammen. Das Wetter ist den ganzen Tag bereits traumhaft, der Abend verbreitet das Flair einer lauen Sommernacht und die Leute flanieren an den Schaufenstern entlang. Andere sitzen vor dem Gerber in Liegestühlen, genießen die Sonne und kühles Craft-Bier.

Das gute Wetter hat entsprechend viele Menschen in die Innenstadt gelockt. „Die Marke von 200.000 Besuchern haben wir geknackt“, sagt Bettina Fuchs von der City-Initiative Stuttgart, die die Einkaufsnacht organisiert. „Es sind vor allem die vielen zusätzlichen Aktionen, die die Leute hierher bringen“, glaubt Fuchs. SportScheck organisiere beispielsweise einen Nachtlauf, und in der Yeans Halle könne man sich seine Levi’s-Jeans besticken lassen.

Bandstraße keine Schmuddelecke mehr

Etwas abseits vom Trubel der Königstraße befinden sich in der Bandstraße die Kleidungsgeschäfte Bungalow und Korbmayer. Erstmals haben die beiden Geschäftsführer sich zusammengetan und ein Programm für die Bandstraße entworfen: Ein DJ spielt Jazz, dazu gibt es Cocktails und Sekt. „Es hat schon fast einen Hinterhofcharakter“, sagt ein Besucher, der regelmäßig bei Bungalow einkauft. Mit der Musik sei einfach alles stimmig.

Das ist es, was Uwe Maier von Bungalow und Florian Henneka von Korbmayer erreichen wollten. „Wir finden, man kann mehr aus der Bandstraße machen“, sagt Henneka. Sie sei keine Schmuddelecke mehr. Das sieht auch Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, so. „Viele kennen die Bandstraße gar nicht – zu Unrecht“, sagt Kienzle. Die Stadt müsse sehen, wie man sie aufwerten könne.

Inzwischen ist es fast 22 Uhr, und auf Schlossplatz und Königstraße ist einiges los. Bei Lederwaren Acker im Königsbau haben die Mitarbeiter noch immer viel zu tun. „Wir haben bereits jetzt so viel umgesetzt, wie wir es vor einem Jahr am ganzen Abend getan haben“, sagt Geschäftsführer Christoph Achenbach. Er führt das auch auf das gute Wetter zurück. „Die Menschen sind dann gut drauf, auch das Personal hat mehr Spaß und das merkt man dann.“

Umsatz wird Vorjahr noch übertreffen

Die lange Einkaufsnacht hat sich also gelohnt, auch für die großen Händler. „Wir hatten eine sehr gute Frequenz, auch in den Abendstunden“, sagt Barbara Göller, Geschäftsführerin bei Kaufhof an der unteren Königstraße. Der Umsatz werde den vom Vorjahr noch übertreffen. Bei Breuninger ist man nicht ganz ans Vorjahresergebnis rangekommen, aber: „Die Kunden, die zwischen 22 und 24 Uhr kamen, haben alle gekauft“, erzählt Geschäftsführer Joachim Aisenbrey. Eine solch große Kauflust habe er vorher noch nie erlebt. Das Milaneo berichtet von 36 Prozent mehr Besuchern als im Vorjahr, das Gerber von zehn Prozent. Bettina Fuchs von der City-Initiative hat außerdem mit einigen Gastronomen gesprochen. „Die waren auch sehr zufrieden“, sagt Fuchs.

Und die Kunden? „Wir haben den sonnigen Tag so genutzt“, sagt ein Mann aus Schwäbisch Gmünd, der gemeinsam mit seinem Sohn um 22.30 Uhr den Kaufhof verlässt. Er hat ein Paar Schuhe und ein Hemd gekauft. „Man kann einkaufen, und anschließend noch einen Wein trinken gehen“, sagt er. „Das hat einfach was.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: