Das Weihnachtsgeschäft geht in den Endspurt, und das kauffreudige Publikum war bis Mitternacht in Stuttgart unterwegs. Foto: 7aktuell.de/Christian Euler

Bis Mitternacht an einem Samstag in der Innenstadt noch die letzten Geschenke kaufen: Bei der Shoppingnacht war das Gedränge in Stuttgart groß – allerdings nicht mehr zu später Stunde. Dennoch scheinen die Weihnachtsgeschäfte für den Einzelhandel sehr einträglich zu sein.

Stuttgart - Richtung Ende Dezember klingeln nicht nur die Weihnachtsglocken, sondern im Einzelhandel auch die Kassen. Bei der langen Einkaufsnacht am Samstag bis 24 Uhr in der Innenstadt war das nicht anders. Wobei besonders am frühen Abend letzte Weihnachtsgeschenke besorgt wurden. Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt gab es in den Einkaufszentren zu ­später Stunde aber nicht.

Zu beobachten war das beispielsweise im Gerber. Einige Einzelhändler in dem Einkaufszentrum sind mit dem Weihnachtsgeschäft zwar nicht ganz zufrieden, aber die Shoppingnacht hat offenbar gute Umsätze gebracht.

Dass Andrang herrschte, lag offenbar auch an einer ungewöhnlichen Tüten-Ticket-Aktion, die das Gerber mit den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) veranstaltet hatte. Um 21 Uhr waren von den 10 000 umweltverträglichen Tüten-Exemplaren, die den Besuchern gleichzeitig als Ticket für zwei Zonen dienten, fast alle weg. „Die werden sehr gut angenommen“, so eine Centermitarbeiterin an der Tütenausgabe. „Unsere Lage am oberen Ende der Königstraße ist ideal, um mit Bus und Bahn anzureisen“, sagt Kemal Düzel, Centermanager des Gerbers. Der Plan scheint aufgegangen zu sein. Am Samstag zählte er 43 000 Besucher: „Eine sehr gute Zahl.“

„Gut, aber nicht bombastisch“

So sieht es zumindest Amel Burmester, Geschäftsführerin der Manufaktur, einem der kleinen Pop-up-Stores im Obergeschoss. Sie verkauft Handtaschen und Accessoires. Mit dem Umsatz der letzten Wochen ist sie nicht ganz zufrieden. „Aber heute war es sehr gut“, sagt sie und hofft, dass das Last-Minute-Weihnachtsgeschäft diese Woche noch anhält. Ähnlich schätzt Thomas Jäger die Lage ein. Er ist Geschäftsführer der Schmuckrausch-Filiale einen Stock drunter. Und obwohl auch das Schmuckgeschäft zur Weihnachtszeit ordentlich boomt, äußert er sich verhalten. „Es ist ein gutes Weihnachtsgeschäft, aber nicht bombastisch“, sagt er. Vor fünf Jahren noch sei es im Allgemeinen besser gewesen. Aktionen wie dem Weihnachtsshopping gegenüber ist er sehr positiv eingestellt. „Heute sind die Geschäfte sehr gut gelaufen“, sagt Jäger.

In der Galeria Kaufhof an der Eber­hardstraße sind Kunden, die ihre letzten Weihnachtsgeschenke zusammensuchen, am späten Abend eher vereinzelt anzutreffen. Dennoch meint Geschäftsführer Rolf Haverbeck: „Wir sind mit dem Geschäft heute sehr zufrieden.“ Und auch wenn Kaufhof sich mit konkreten Zwischenbilanzen zurückhält, ist dort hinter vorgehaltener Hand zu erfahren, dass das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr besonders einträglich ist. Vor der Einkaufsnacht hatten viele Einzelhändler Rekordumsätze erwartet. Bei Breuninger etwa erhoffte man den umsatzstärksten Samstag seit Bestehen des Kaufhauses. Ob es nun ein Rekordjahr für den Einzelhandel zur Weihnachtszeit gewesen ist, lässt sich wohl erst sagen, wenn einige Kassen gestürzt sind.

Ein Rekordjahr? Die Frage bleibt offen

Bettina Fuchs, Citymanagerin der City-Initiative Stuttgart, ist gut gelaunt, schließlich ist das Weihnachtsgeschäft für den ­Einzelhandel noch nicht vorbei. „Diese lange Nacht, in der man noch bis 24 Uhr einkaufen kann, soll den letzten Ansturm auf die Geschäfte vor Weihnachten gewissermaßen einläuten“, sagt sie.

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