Die Polster Wohnwelt am Wollgrasweg kommt als möglicher Standort in Frage. Der ehemalige Möbelmarkt punktet vor allem mit viel Platz. Foto: Simone Bürkle

Vielleicht unterrichtet die Landwirtschaftliche Schule künftig in der ehemaligen Polster Wohnwelt am Wollgrasweg. Klar ist, die Schule soll und will in Plieningen bleiben.

Birkach/Plieningen - In einem Punkt sind sich die Fraktionen im Gemeinderat einig: Die Landwirtschaftliche Schule soll in Hohenheim bleiben. Das haben sie in einem gemeinsamen Antrag formuliert und damit der Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann eine eindeutige Abfuhr erteilt. Statt die Umzugsbemühungen der Schule in die Innenstadt voranzutreiben – wie es Eisenmann favorisiert hatte – wollen die Stadträte, dass die Verwaltung nach einem Standort in Plieningen sucht, an dem die Schule künftig unterkommen kann.

Die Schule unterrichtet sogar im Bezirksrathaus

Die Landwirtschaftliche hat ihre Unterrichtsräume bisher über den ganzen Stadtbezirk verteilt. So nutzt sie neben den Unterrichtsräumen auf dem Uni-Gelände zum Beispiel zwei Räume in der Körschtalschule, zwei weitere Zimmer neben dem Paracelsus-Gymnasium Hohenheim (PGH), einige Klassen- und Lernräume an der Scharnhauser Straße 19 sowie Räume im Bezirksrathaus.

Damit das nicht so bleibt – zumal die Körschtalschule und das PGH zum Jahresende Bedarf an jenen Räumen auf ihren Arealen angemeldet haben – wollen die Stadträte die Landwirtschaftliche Schule an einem Standort zusammenführen.

Ehemaliger Möbelmarkt als Schulstandort im Gespräch

„Wir sind derzeit dabei, mehrere Alternativen zu prüfen“, sagt Roland Steiner. Der stellvertretende Leiter des Schulverwaltungsamts berichtet, dass die ehemalige „Polster Wohnwelt“ am Wollgrasweg gemäß dem Wunsch der Stadträte als mögliches neues Domizil ins Auge gefasst wird. Dies bestätigt Axel Enzmann, ein Miteigentümer des Gebäudes: „Ich habe der Stadt Pläne zukommen lassen, es könnte bald einen Besichtigungstermin geben.“ Detaillierte Gespräche seien aber bisher noch nicht geführt worden.

Enzmann könnte der Stadt die obere Etage in dem früheren Möbelmarkt anbieten. Die ist derzeit noch vermietet, doch der Mieter habe signalisiert, dass er den Mietvertrag auflösen wolle, berichtet der Hausbesitzer. Neben einem separaten Zugang und einem Aufzug würde das Gebäude vor allem mit viel Platz punkten: Etwa 2200 Quadratmeter Nutzfläche stünden für die Landwirtschaftliche Schule zur Verfügung.

Alle anderen Grundstücke sind eher zu klein

Darüber hinaus sind noch andere Standorte im Gespräch. Da wäre laut Roland Steiner zum Beispiel das Gelände der Druckerei Schürrle an der Filderhauptstraße 87 bis 91. Das allerdings sei zum einen für eine mögliche Wohnbebauung vorgesehen. „Zudem ist das Grundstück fast zu klein für unsere Zwecke. Deshalb kommt der Standort wohl eher nicht in Frage“, erläutert Steiner.

Auch bei zwei weiteren Flächen sieht Steiner ein Problem mit der Größe: Sowohl ein Areal im Gewerbegebiet Entenäcker wie auch ein Grundstück an der Scharnhauser Straße 40 hält er für zu schmal, um dort die Landwirtschaftliche Schule anzusiedeln. Letzteres war kürzlich für den Bau eines Pflegeheims ins Auge gefasst, dann aber aus baurechtlichen Gründen verworfen worden.

Die Schule will in Hohenheim bleiben

Der stellvertretender Leiter der Landwirtschaftlichen Schule, Gerhard Pfuderer, ist derweil dankbar, „dass die Stadträte die Notwendigkeit erkannt haben, dass wir in Hohenheim bleiben müssen, um die Ausbildungsqualität zu erhalten“.

Aus seiner Sicht müsste die Schule gar nicht zwingend an einem Standort gebündelt werden. Die Verteilung der Schulräume sei „zwar nicht ganz geschickt“, dennoch seien die gärtnerischen Anlagen für die Schüler alle fußläufig zu erreichen – „ein unschätzbarer Standortvorteil“, wie Pfuderer betont. „Die Frage ist also, warum wir überhaupt aus den angestammten Gebäuden heraus müssen.“

Unterricht in Wohnheimküchen und auf Fluren

Aus seiner Sicht wird das Haus an der Scharnhauser Straße, das die Verwaltung als hochgradig marode eingestuft hat, schlecht geredet: „Das hat die Stadt doch erst vor einigen Jahren selbst saniert.“ Und was den Platzmangel der Körschtalschule und des PGH angeht, die nun Räume der Landwirtschaftlichen Schule beanspruchen, sagt Pfuderer: „Wir halten seit Jahren Unterricht in Wohnheimküchen und auf Fluren. Wir haben genauso viel Bedarf.“

Sollte ein Standort gefunden werden, an dem die Landwirtschaftliche Schule geschlossen unterkommt, würde Pfuderer das dennoch begrüßen: „Wir wären sicher die Letzten, die dazu Nein sagen.“

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