Claus Paal (CDU), Jochen Haußmann (FDP) und Petra Häffner (Grüne) Foto: privat

Ein Dutzend Bewerber gibt es auf der Wahlliste für den Wahlkreis Schorndorf. Bisher sitzen drei Repräsentanten im Landtag. Alle haben Chancen auf einen Wiedereinzug, aber beim Kampf um das Direktmandat könnte es eng werden.

Schorndorf - Auch im Wahlkreis Schorndorf wird sich wohl kaum etwas daran ändern, dass sich die Christdemokraten in jenen Gefilden, die seit Reinhold Maiers Zeiten eigentlich als liberales Stammland gelten, wie in den vergangenen Jahrzehnten das Direktmandat sichern. Von einstiger Herrlichkeit im Remstal ist andererseits die FDP weit entfernt. Auch wenn Jochen Haußmanns Chancen, für eine zweite liberale Abgeordnetenperiode ins Landesparlament einzuziehen, zumindest dann relativ gut zu sein scheinen, wenn die FDP den Wiedereinzug in den baden-württembergischen Landtag schafft. Mit 8,4 Prozent hatte er schließlich vor fünf Jahre beim damaligen FDP-Desaster noch das landesweit beste Wahlkreisergebnis seiner Partei eingefahren.

Obwohl landesweit die Grünen inzwischen mit den Schwarzen praktisch gleichauf liegen, dürfte es im lang gestreckten Wahlkreis zwischen Plüderhausen und Kernen für Petra Häffner kaum möglich sein, in Schlagdistanz zum Platzhirsch und Direktmandatsverteidiger Claus Paal zu kommen. Da war beim vergangenen Urnengang die Differenz mit fast 17 Prozentpunkten doch etwas zu deutlich. Der Abstand dürfte aber kräftig schrumpfen. Für die GrünenKandidatin und aktuelle Sprecherin ihrer Partei in Polizeifragen könnte es im innerparteilichen Wettbewerb mit einem Platz im Parlament knapp werden.

Ein Dutzend Bewerber auf der Vorschlagsliste

Ein Dutzend Kandidaten und Kandidatinnen samt ihren Ersatzbewerbern – so vorhanden – steht im Wahlkreis Nummer 16 insgesamt auf dem Wahlzettel, auf dem es für die Wähler am 13. März ein einziges Kreuzle zu machen gilt. Mitten zwischen den drei oben genannt Kandidaten von CDU, Grünen und FDP steht an dritter Stelle der Liste für die Sozialdemokraten der Leitende Polizeidirektor und Schorndorfer Gemeinderat Thomas Berger. Er kann sich angesichts der Umfragewerte seiner SPD allerdings kaum Hoffnungen auf einen Parlamentssitz machen. Zweitkandidat ist hier übrigens der Schorndorfer OB Matthias Klopfer, der im unwahrscheinlichen Fall seines Nachrückens für Berger den Amtssessel im Schorndorfer Rathaus räumen müsste.

Als Wahlvorschlag Nummer fünf steht die für Die Linke kandidierende Industrieelektronikerin Stefanie Rausch auf der Liste. Ihre Partei wird in Umfragen landesweit zurzeit bei etwa 3,5 Prozent gesehen. Für die Piraten tritt am 13. März Benjamin Bullmann an, ein Kraftfahrer aus Allmersbach im Tal.

Für die Republikaner sammelt der Landwirt Gerhard Zuleger aus Schorndorf Stimmen und für die NPD die in Villingen-Schwenningen beheimatete Versicherungskauffrau Reinhild Ufermann-Schützinger. Unter Wahlvorschlag neun steht die ÖDP, vertreten durch den Ingenieur Thomas Schaal aus Schorndorf.

Mit Hoffnung auf ein zweistelliges Prozentergebnis und damit verbunden mit einer gewissen Aussicht auf ein Mandat im Landtag geht für die AfD der Bezirksleiter einer Versicherung, Martin Huschka, an den Start. Deutlich bescheidener dürften da die Erwartungen bei der auf der Wahlliste mit der Vorschlagsnummer 22 noch hinter der AfD ganz unten stehenden Partei Mensch Umwelt Tierschutz sein. Für die Tierschutzpartei kandidiert im Wahlkreis Schorndorf die Schorndorfer Verwaltungsangestellte Adelheid Frank.

Des einen Verlust – des anderen Gewinn

Eine ganz eigene Einschätzung des persönlichen Wunschergebnisses hat übrigens der Strümpfelbacher Nachwuchswengerter und Weinstädter Gemeinderat Daniel Kuhnle kürzlich vor Wengerterkollegen zum Besten gegeben. Er ist bei der Landtagswahl im Wahlkreis Schorndorf mit Wahlvorschlagsnummer 13 für die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) im Rennen. Sein Traumergebnis orientiert sich am von ihm erwarteten Resultat für die Christdemokraten: „Wenn ich die Hälfte von dem krieg’, was der Herr Paal verliert, dann bin ich zufrieden.“

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