Uwe Scholz registriert die Wähler. Foto: Stoppel

Im Musiksaal der Winterbacher Lehenbachschule sind die Helfer schon gegen Mittag von der vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung überrascht.

Winterbach - Alles ruhig, alles normal: zwei, drei Wähler sind es, die sich am Sonntagmorgen kurz nach neun Uhr im Wahllokal im Musiksaal der Winterbacher Lehenbachschule eintreffen. Kein wirklicher Andrang. Auch der Schulhof draußen ist leer gefegt – bis auf ein Ehepaar mit Kinderwagen und Hund. Dieses ist offenbar tatsächlich auf dem Weg zur Wahl, wie eine Frage des Mannes an seine Gattin signalisiert: „Hast du auch deinen Ausweis dabei?“ Drinnen im Wahllokal sagt Uwe Scholz, die morgendliche Ruhe sei bei derlei Wahlen völlig normal. Der Wahlvorstand im Winterbacher Wahllokal hat einen Langzeitvergleich. Schließlich macht der 60-Jährige diesen ehrenamtlichen Job bereits seit gut 30 Jahren, seit mindestens 15 schon als Wahlvorstand, der am Ende hauptverantwortlich für die ordnungsgemäße Auszählung am Abend ist.

Manche kommen gleich zur Wahllokalöffnung

Gleich zu Beginn um acht Uhr kämen in der Regel einige, die sonntags noch weg wollten. Dann sei es meist bis nach neun erst mal sehr ruhig an den Urnen, sagt Scholz. Spricht es, und prompt kommen sieben, acht Wähler im Pulk an. Scholz zum Pressebesuch: „Da sind Sie ja gerade recht gekommen zum ersten Ansturm.“

Wobei dieser genau genommen schon vorab über die Bühne gegangen ist. Von den 640 Wahlberechtigten im Winterbacher Wahlbezirk 003 haben immerhin 111 Bürger Briefwahlunterlagen geordert. Mithin könnte der Anteil derer, die per Post ihre Stimme abgeben, hier am Ende bei 17 Prozent liegen. „Die sollen nur per Brief wählen“, sagt der Wahlvorstand und lacht, „dann haben wir nicht so viel G’schäft.“

Zum Mittag 33 Prozent Wahlbeteiligung

Bis zum Mittag, so kurz nach zwölf Uhr, beim zweiten Besuch im Winterbacher Wahllokal ist der Stapel der Wahlbenachrichtigungen neben Scholz bereits beträchtlich angewachsen. „Erstaunlich hoch“ sei die Beteiligung bisher, sagt Rudi Röhrich, der den ordnungsgemäß identifizierten Wahlberechtigten den Schlitz der Urne für den Stimmzetteleiwurf freigibt. 210 Wähler wurden bis zur Mittagszeit im Wahlbezirk 003 registriert, also immerhin 33 Prozent noch vor dem Schichtwechsel des Helferteams um halb eins. Das verheißt eine ordentliche Gesamtwahlbeteiligung

Klar, gewisse Missgeschicke habe es auch schon gegeben in drei Jahrzehnten des Ehrenamts, räumt nebenbei das Wahlhelfer-Urgestein Scholz ein. Damals etwa, als einer der Wahlhelfer bei der Auszählung die Stimmzettel aus einem Bezirk versehentlich auf den Stapel eines anderen Bezirk geworfen habe. Um das wieder zu bereinigen, habe man etwas Zeit gebraucht. „Da hat die Auszählung natürlich deutlich länger gedauert, als normalerweise“, sagt Uwe Scholz und schmunzelt.

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