Das sind die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis Geislingen. Foto:  

Bei der Landtagswahl 2016 konnte sich im Wahlkreis Geislingen die CDU-Frau Nicole Razavi mit einem hauchdünnen Vorsprung das Direktmandat gegen ihren grünen Herausforderer durchsetzen. Dieses Mal bekommt sie es mit einer Pfarrerin zu tun.

Geislingen - Klappt es am 14. März noch einmal mit der Wiederwahl? Seit 2006 sitzt Nicole Razavi für die CDU im baden-württembergischen Landtag. Drei Mal hat die parlamentarische Geschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion bisher das Direktmandat im Wahlkreis Geislingen, der von Hattenhofen über Bad Boll bis Böhmenkirch reicht, für ihre Partei erobert. Doch schon bei der letzten Wahl gestaltete sich dies als eine hauchdünne Angelegenheit. Damals fehlten Eckhart Klein, dem Kandidaten der Grünen, gerade einmal 0,4 Prozent oder 284 Stimmen zum Sieg gegen die langjährige Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Göppingen.

Das verspricht Hochspannung für den Wahlabend: Dieses Mal bekommt es Nicole Razavi, die sich unter anderem für einen starken Wirtschaftsstandort und den möglichst schnellen Bau des Albaufstiegs der A 8 einsetzen will, als Hauptkonkurrentin um das Direktmandat mit einer Frau zu tun. Die wiederum hat sich parteiintern ebenfalls nur mit einem hauchdünnen Zwei-Stimmen-Vorsprung die Landtagskandidatur sichern können. Dass Kathinka Kaden dennoch fest entschlossen ist, in diesem Jahr das Direktmandat für die Grünen zu erringen, hat sie bei ihrer Wahl unmissverständlich zum Ausdruck gebracht.

Für die Grünen tritt eine Pfarrerin an

Kathinka Kaden ist seit 2013 Pfarrerin in Donzdorf, und seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2019 Kreis- und Stadträtin fürs Bündnis 90/Die Grünen. Auf ihrer Homepage schreibt sie: „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sind die Werte, für die ich stehe.“

Dritte Frau im Kandidatenbund – 2016 hatte sich Nicole Razavi noch gegen fünf Männer durchgesetzt – ist Eva-Maria Glathe-Braun von den Linken. Sie geht allerdings auch noch in ihrer Heimatstadt Ulm für die Linken ins Rennen. Es ist also zu vermuten, dass sie sich hauptsächlich dort engagieren wird.

Sascha Binder geht für die SPD ins Rennen

Die Männerriege im Wahlkreis Geislingen wird einmal mehr angeführt vom Sozialdemokraten Sascha Binder, der bei den vergangenen beiden Wahlgängen aus Sicht seiner Partei beachtliche Ergebnisse erzielte und dem es so gelang, seit 2011 seine Partei im Landesparlament vertreten zu dürfen. Vor zehn Jahren war Binder der erste SPD-Abgeordnete überhaupt, der seit der Gründung des Landes Baden-Württemberg im Wahlkreis Geislingen ein Zweitmandat erreichen konnte.

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Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, liegt darin begründet, dass der Wahlkreis Geislingen eher zu den stimmenmäßig kleinen Wahlkreisen im Land gehört. Zum Vergleich: Waren 2016 im Wahlkreis Göppingen nahezu 90 000 Bürger stimmberechtigt, so waren es in Geislingen nur knapp 85 000. Da bei der Verteilung der Zweitsitze aber die absolute Zahl der erreichten Stimmen den Ausschlag gibt, braucht Sascha Binder auch am 14. März wieder eine für sich und im Vergleich mit den anderen SPD-Kandidaten herausragende Stimmenzahl. Seine bisherigen Ergebnisse haben seiner Karriere in der eigenen Partei gewiss nicht geschadet: Seit 2016 ist Sascha Binder stellvertretender Fraktionsvorsitzender und innenpolitischer Sprecher der SPD.

Vor fünf Jahren schnitt die AfD in Geislingen gut ab

Trotz des guten Ergebnisses von 17,4 Prozent der Stimmen – landesweit hatte die AfD 15,1 Prozent erreicht – war es im Jahr 2016 Heinrich Fiechtner nicht gelungen, von Geislingen aus den Sprung nach Stuttgart zu schaffen. In diesem Jahr wird nun Uwe Freiherr von Wangenheim versuchen, das Ergebnis der AfD weiter zu verbessern. Die FDP wiederum schickt den Betriebswirtschaftler und IT-Spezialisten Hans-Peter Semmler ins Rennen. Semmler hat schon Erfahrungen als Kandidat: 2017 hat der stellvertretende Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Göppingen bereits einmal vergeblich versucht, in den Deutschen Bundestag einzuziehen.

Auch dieses Mal dürfte es – unter anderem angesichts der Struktur des Wahlkreises – für ihn äußerst schwierig sein, ausreichend Stimmen zu sammeln, die ihm den Weg nach Stuttgart in den Landtag ebnen könnten.

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