Zu den Kandidaten für die Landtagswahl kann man sich bei den Podiumsdiskussionen informieren. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Wer die Kandidaten zur Landtagswahl live erleben möchte, hat bei zwei Veranstaltungen in Filderstadt die Gelegenheit. Die Einladung des AfD-Kandidaten an einer Debatte sorgt für Kritik.

Am 8. März gilt’s. Dann sind in Baden-Württemberg Menschen ab 16 Jahren zur Wahl des 18. Landtags aufgerufen. 70 Wahlkreise gibt es, 1184 Personen kandidieren. Wer die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis Nürtingen sind und wofür sie stehen, kann man sich in Filderstadt am 25. und 26. Februar bei öffentlichen Podiumsdiskussionen anschauen und anhören.

 

Eine Veranstaltung findet am Mittwoch, 25. Februar, ab 19 Uhr in der Alten Mühle in Bonlanden statt. Sprechen werden laut der offiziellen Ankündigung Clara Schweizer (Bündnis 90/Die Grünen), Maren Steege (CDU), Tim Reeth (SPD), Dennis Birnstock MdL (FDP) und Clara Meier (Die Linke) zu den Themen Wohnen, Klimaschutz und Mobilität, außerdem stellen sie sich den Fragen des Publikums. Moderiert wird die Veranstaltung von Madleen Dürr und Mara Valentin, beide sind Schülerinnen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) in Sielmingen.

AfD-Teilnahme an Schuldebatte in Filderstadt sorgt erneut für Kritik

Sie werden auch tags drauf auf der Bühne moderieren, denn an ihrer Schule wird es ebenfalls eine Podiumsdiskussion geben. Für den Donnerstag, 26. Februar, hat die SMV dieselben Personen eingeladen, die in der Alten Mühle auftreten – plus Felix Schneider (AfD). Dass in die Schule ein Vertreter einer Partei eingeladen ist, die sich offen dem Rechtsextremismus hinwendet, hat schon vor einem Jahr anlässlich der Bundestagswahl für Kritik gesorgt und die Initiative Antifaschistische Filder zu einer Demo vor der Schule bewogen. Der damalige Rektor indes hatte sich explizit für die Teilnahme der AfD entschieden, um, wie er sagte, die demokratische Diskussion nicht abreißen zu lassen.

Zumal: Eine relevante Partei bewusst auszuschließen, das geht laut Kultusministerium nicht. „Die Schule ist zur politischen Ausgewogenheit und Überparteilichkeit verpflichtet, soll aber den lebendigen Kontakt zu der außerschulischen Wirklichkeit herstellen, wozu auch der Gedankenaustausch mit Abgeordneten gehört“, hieß es seinerzeit in einer Handreichung an die Schulen. Dass die AfD hierzulande vom Verfassungsschutz beobachtet werde, ändere nichts daran, teilte ein Sprecher mit. Die Veranstaltung in der Alten Mühle wiederum ist privat, und der Verein macht von seinem Hausrecht Gebrauch. Die AfD habe man bewusst nicht eingeladen, erklärt Rolf Gommel, unter anderem fürs Kulturprogramm zuständig. „Aus menschlichen Gründen“, sagt er.

Antifa kündigt Demo an bei Diskussionsveranstaltung zur Landtagswahl

Los geht es im DGB um 19 Uhr. An der Schulveranstaltung kann auch die Öffentlichkeit teilnehmen, sofern der Platz ausreicht. Auch in diesem Jahr hat die Antifa eine Demo vor dem Gebäude angekündigt. Drinnen sollen laut einer Ankündigung drei Themen beleuchtet werden. „In einer Zeit des Umbruchs stehen drei Kernbereiche im Fokus der Generation Z: Wirtschaft, Klima und Bildung. Wie sichern wir unseren Wohlstand, ohne die Lebensgrundlagen zu zerstören? Und bereitet uns das aktuelle Schulsystem überhaupt noch auf die Welt von morgen vor?“ Man wolle in einer Zeit zunehmender Polarisierung ein klares Zeichen für die Demokratie setzen. In der Ankündigung heißt es: „Das Podium vereint das gesamte politische Spektrum. Hier wird nicht über Dritte geredet, sondern im direkten Austausch um die besten Lösungen gerungen.“