Zentralratspräsident Josef Schuster hatte sich ein schlechteres Abschneiden der AfD erhofft. Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, fordert mehr Engagement von Politik und Zivilgesellschaft gegen die AfD. Ziel sei, dass die Partei wieder aus den Parlamenten verschwinde.

Berlin - Trotz der Stimmverluste der AfD bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sieht der Zentralrat der Juden keinen Grund zur Entwarnung im Umgang mit der Partei. „Dass die AfD in beiden Bundesländern Federn lassen musste, ist eine positive Entwicklung“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Er forderte die anderen Parteien und die Zivilgesellschaft aber auf, in ihrem Engagement gegen die Partei nicht nachzulassen: „Unser Ziel muss es bleiben, dass die AfD wieder aus den Parlamenten verschwindet“.

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Schuster: Keine Bündnisse, auch nicht kommunal

Eine Beobachtung als rechtsextremistischer Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz könnte sich aus Sicht Schusters langfristig auch auf die Wählerzustimmung auswirken. „Denn dann würde zunehmend deutlich, wo die AfD Überschneidungen hat mit rechtsextremen Gruppierungen und wie sie selbst rechtsextreme Inhalte verbreitet“, sagt Schuster.

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Er appellierte an die anderen Parteien, auf keiner Ebene Koalitionen mit der Partei zu bilden, „also auch nicht in Kommunen“. Er sprach sich gegenüber den beiden Zeitungen dafür aus, auf zivilgesellschaftlicher Ebene alle Initiativen gegen politischen Extremismus dauerhaft zu unterstützen. „Auf diese Weise können wir der AfD den Nährboden entziehen“, so Schuster.

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