Will seinen Parteifreunden in Baden-Württemberg Mut machen: Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Partei und in der bayrischen Landesregierung stellvertretender Ministerpräsident. Foto: dpa/Sven Hoppe

Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler und bayrische Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger hätte gern eine „bürgerliche Koalition ohne die Grünen“. Zielmarke: Sieben Prozent plus x“.

Stuttgart - Die Partei der Freien Wähler erhofft sich vom Ergebnis der baden-württembergischen Landtagswahl Mehrheitsverhältnisse wie in Bayern. „Wir sollten versuchen, auch in Baden-Württemberg eine bürgerliche Koalition ohne die Grünen hinzubekommen“, sagte der Bundesvorsitzende Hubert Aiwanger am Montag unserer Zeitung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass seine Partei, die in 69 der 70 Wahlkreise mit einem Direktkandidaten antritt, „sieben Prozent plus x“ der Stimmen erreicht.

 

In Bayern sind die Freien Wähler als Juniorpartner in einer Regierungskoalition mit der CSU. Aiwanger ist Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. In Baden-Württemberg gibt es neben der Partei auch einen namensgleichen Verein, in dem mehrere Tausend Mandatsträger von Kommunalparlamenten organisiert sind. Dieser „Landesverband“ der Freien Wähler spricht sich gegen eine Teilnahme an der Landtagswahl aus.

Eine der Forderungen: Das neunjährige Gymnasium

Aiwanger sagte, auch die Kandidaten seiner Partei seien stark kommunalpolitisch verankert. Sie seien vor Ort bekannt und hätten insofern gute Chancen auf ein Mandat: „Da kommt uns das baden-württembergische Wahlsystem entgegen, weil die Persönlichkeiten vor Ort eine große Rolle spielen.“ Hinzu komme ein Landtagswahlprogramm, mit dem die Freien Wähler sich deutlich von anderen bürgerlichen Parteien wie der CDU unterscheiden. Aiwanger: „Wir fordern zum Beispiel die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium.“ Aber auch mit Positionen in der Mittelstands-, Landwirtschafts-, Energie- oder Jagdpolitik hätten die Freien Wähler ein attraktives Angebot: „Wir wollen enttäuschte Bürgerliche zurückholen“, sagte Aiwanger.