In kleinen Gruppen testen Menschen aus Ludwigsburg und Region ihr Wissen über Politik. Foto: Julian Meier

Das Pubquiz im Scala in Ludwigsburg ist keine klassische Bildungsveranstaltung. Vielmehr soll den Teilnehmern spielerisch politisches Wissen zur anstehenden Wahl vermittelt werden.

Von wem stammt der Hit „I Want It That Way“? Einfach. Kniffliger wird es da schon, schwäbische Wörter wie „Kitzabohna“ ins Deutsche zu übersetzen. Und bei der Frage, wie viele Direktmandate der neue baden-württembergische Landtag haben wird, stoßen viele doch an ihre Grenzen. Beim Pubquiz der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) wird alles abgefragt – Hauptziel ist aber, politisches Wissen für die anstehende Landtagswahl zu vermitteln.

 

Mit „Linsen, Ländle, Landtagswahl“ ist das Format betitelt, das am Montagabend im Scala in Ludwigsburg Station gemacht hat. Dass man mit einem Quiz in Bar-Atmosphäre mehr Menschen erreicht als mit einem Frontalvortrag, liegt auf der Hand. Das zeigt sich auch daran, dass sich die Tische im Scala schnell füllen. Insgesamt 36 Teilnehmer sind gekommen – und merken schnell, dass ihr politisches Wissen teilweise noch ausbaufähig ist.

Wissen über Bundespolitik größer

„Man lernt seine Schwächen kennen. Ich dachte, ich weiß mehr über Politik“, sagt Hans aus Ludwigsburg. „Über den Bundestag weiß man mehr als über den Landtag“, stimmt Celine ein. Das liege vielleicht auch daran, dass die Landtagswahl nicht so groß aufgezogen werde wie eine Bundestagswahl.

Die beiden bilden zusammen mit Giusi ein Team. Aufmerksam geworden sind die Drei auf das Format über das Scala-Programm. Der Fokus auf die Landtagswahl war ihnen aber nicht bewusst. Tatsächlich ist der Hinweis auf die politische Dimension etwas weiter hinten versteckt – beworben wurde das Format primär als „After Work Quiz“.

Beim Pubquiz der Landeszentrale für politische Bildung wird nicht nur politisches Wissen abgefragt. Foto: Julian Meier

Dahinter steckt aber auch eine Strategie der Landeszentrale für politische Bildung, die das Pubquiz zusammen mit dem Scala auf die Beine gestellt hat. „Wir versuchen, mit diesem niederschwelligen Format Zielgruppen zu erreichen, die wir sonst nicht erreichen würden“, sagt Thomas Franke, Leiter der Außenstelle Ludwigsburg. Deswegen bestehe das Quiz auch nicht nur aus politischen Fragen. „Wir wollen politisches Wissen mit Spaß vermitteln, sodass die Leute gar nicht merken, dass es politische Bildung ist.“

Vielen Menschen im Land sei gar nicht bewusst, dass in vier Wochen schon die Landtagswahl anstehe. „Der Stuttgarter Landtag spielt nicht so eine große Rolle, obwohl er auch wichtige Befugnisse hat“, sagt Franke.

Format kommt bei den Menschen an

In Vierergruppen können die Teilnehmer ihr Wissen auf die Probe stellen. Insgesamt sechs Themenblöcke gibt es, neben Politik etwa auch „Musik & Leinwand“ oder ein „Ludwigsburg Spezial“. Für jeden Themenblock sind zehn Minuten Zeit, es gibt jeweils zehn Punkte. Für die Sieger gibt es am Ende Preise. Handys sind strengstens verboten.

Das Format kommt bei den Menschen jedenfalls an. Caro aus Remseck und Mirjam aus Heilbronn, beide 31 Jahre alt, sind ebenfalls nicht gekommen, um etwas über Politik zu lernen, sondern weil sie zusammen etwas unternehmen wollten. Dennoch würden sie das Format sofort weiterempfehlen. „Es ist eine entspannte Atmosphäre, die Leute sind cool“, sagt Mirjam. Und Caro ergänzt: „Gamification mit einem Bildungsfaktor zu verbinden, ist immer gut.“