Albrecht Stickel gewinnt den Wahlkreis Leonberg mit 34,8 Prozent der Stimmen. Foto: Simon Granville

Albrecht Stickel setzt sich mit 34,8 Prozent der Stimmen vor Peter Seimer (Grüne) durch. Für Hans-Dieter Scheerer aus Weil der Stadt endet der Wahlabend mit einem Tiefschlag.

Das Direktmandat im Wahlkreis Leonberg fällt zurück an die CDU. Albrecht Stickel kommt am Sonntag auf 34,8 Prozent der Stimmen zwischen Weissach im Norden und Bondorf im Süden. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,3 Prozent. Alle Wahlergebnisse, aufgeschlüsselt nach Kommunen, finden Sie hier.

 

Für Stickel, der erstmals für den Landtag kandidiert hat, liegen am Wahlabend Freud und Leid nah beieinander. Einerseits freut er sich darüber, das Direktmandat geholt zu haben, „das war das erklärte Ziel.“ Gleichzeitig sei er überrascht, dass die CDU insgesamt im Bundesland knapp hinter den Grünen gelandet ist. „Das hat mich doch betroffen gemacht“, sagt der 52-Jährige aus Herrenberg.

Stickel lobt CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel

„Dass es in den letzten Wochen so gegen eine Person gegangen ist, hat mich geärgert“, sagt er gegenüber unserer Zeitung mit Blick auf die Diskussion um den Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Hagel sei ein „sehr feiner, kluger, kompetenter und auf den Boden gebliebener Kandidat“ gewesen.

Der Wahlkreis Leonberg sei ein sehr herausfordernder, denn die Regionen Leonberg und Herrenberg hätten eigentlich wenig miteinander zu tun. Die langjährige CDU-Abgeordnete Sabine Kurtz aus Leonberg, zuletzt Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, war nach 20 Jahren im Parlament nicht mehr angetreten.

Peter Seimer (2.v.r.) feiert den Wahlerfolg der Grünen in Renningen. Foto: Simon Granville

Gegen Kurtz hat sich vor fünf Jahren noch Peter Seimer von den Grünen durchgesetzt und mit 32,6 Prozent das Direktmandat im Wahlkreis Leonberg gesichert. Diesmal reichte es nur für 28, Prozent der Stimmen – deutlich weniger als das Zweitstimmenergebnis seiner Partei. Denn hier lagen die Grünen mit 33,7 Prozent vor der CDU (30,9 Prozent).

„Ich hätte mein Direktmandat gern verteidigt. Aber Albrecht Stickel ist ein feiner Kerl und ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, gratulierte Seimer seinem Kontrahenten. Der Aidlinger wird den Wahlkreis aber vermutlich weiterhin im Landtag vertreten und über die Landesliste einziehen.

Ihn stimmt vor allem das Zweitstimmenergebnis froh. „Die Menschen haben deutlich gezeigt: Wir wollen Cem Özdemir als Ministerpräsidenten“, meint Seimer.

Hans-Dieter Scheerer aus Weil der Stadt muss Landtag verlassen

Groß war die Enttäuschung dagegen bei Hans-Dieter Scheerer aus Weil der Stadt. Da die FDP den Wiedereinzug ins Parlament verpasst hat, wird auch der 68-Jährige aus dem Landtag ausscheiden. „Wir müssen da wirklich in uns gehen“, sagte Scheerer zum Abschneiden seiner Partei, das er als „Tiefschlag bezeichnete. Er selbst habe zuletzt aber sehr viel Zuspruch erhalten, gerade durch die Themen Krankenhaus Leonberg und Verbleib des Rettungshubschraubers Christoph 41.

„Bitter und enttäuschend“ sei das Abschneiden der SPD, meinte Farina Semler, die für die Sozialdemokraten im Wahlkreis angetreten war. Die Herrenbergerin kam auf 6,4 Prozent der Erststimmen und lag damit über dem Landesergebnis von 5,5 Prozent.

Neu in den Landtag einziehen wird Andreas Auer für die AfD, der auf 16,2 Prozent der Stimmen kam. Er belegt auf der Landesliste den sicheren Platz 15. Thomas Walz (Linke) kam auf 3,6 Prozent der Stimmen, Ingolf Welt (Freie Wähler) auf 4,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Leonberg lag bei 73,3 Prozent (2021: 68,7 Prozent) und damit über dem Landesschnitt von 70,5 Prozent der Wahlberechtigten.