Thekla Walker tritt wieder im Wahlkreis Böblingen-Sindelfingen an. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Die Landtagsabgeordnete möchte das Direktmandat für den Wahlkreis Böblingen-Sindelfingen gewinnen

Böblingen - Es ist Corona-Zeit, schlecht für Veranstaltungen. Und ein sonniger Samstagnachmittag im Spätsommer lässt sich sicherlich viel angenehmer gestalten als mit einer Parteiversammlung. Aber immerhin ging es um die Nominierung der Kandidatin der Grünen für die Landtagswahl im kommenden März. Trotzdem fanden nur 24 der 191 stimmberechtigten Grünen-Mitglieder im Wahlkreis Böblingen-Sindelfingen den Weg in die Dagersheimer Festhalle.

Ist das ein Zeichen für ihre Unzufriedenheit mit der Kandidatin Thekla Walker, die seit viereinhalb Jahren den Wahlkreis vertritt? Immerhin gab es zumindest am Beginn ihrer Amtszeit kritische Stimmen unter den Grünen im Kreis Böblingen, die damals der Meinung waren, dass Walker, die in Stuttgart lebt, nicht genug präsent sei in ihrem Wahlkreis.

Roland Mundle, der Chef der grünen Kreistagsfraktion, wischt solche Vermutungen beiseite. „Die Grünen stehen geschlossen hinter Thekla Walker. Sie hat sehr viel für den Kreis bewegt.“ Dass so wenige zur Nominierung kamen, sieht er als Beleg dafür, „dass für die meisten sowieso klar ist, dass Thekla Walker ins Rennen geht.“

Wandel in der Autoindustrie als wichtigstes Zukunftsthema

Auch die Kandidatin selbst lässt sich von der geringen Besucherzahl nicht beeindrucken. Stolz verweist sie auf den Erfolg der letzten Wahl, als es ihr gelungen ist, erstmals im traditionell schwarzen Böblinger Wahlkreis das Direktmandat für die Grünen zu gewinnen. „Das war unser aller Erfolg“.

Sie zählt auf, was die grüne Landesregierung bisher erreicht habe: die VVS-Tarifreform, die Reform der Grundsteuer, das Verbot von Pestiziden in der Landwirtschaft. Stolz ist sie auf den „ersten Radschnellweg im Land“ , der im Kreis Böblingen gebaut wurde, und den Ausbau der Schönbuchbahn. Die wichtigste Aufgabe in den kommenden Jahren sei, „den Strukturwandel in der Automobilbranche so zu organisieren, dass nicht Tausende Arbeitsplätze verloren gehen“. Sie sieht das Land dafür gut gerüstet. „Es gibt noch viele Ideen dafür.“

Der Wahlkampf freilich werde kein Spaziergang. „Für mich ist das wichtigste Ziel, dass Winfried Kretschmann Ministerpräsident bleibt. Dafür müssen wir kämpfen. Es kommt auf jeden einzelnen von uns an“, appellierte sie an die Mitglieder.

Alle 24 anwesenden Stimmberechtigten gaben Walker ihre Stimme. Zur Ersatzkandidatin kürten sie Daniela Toscano aus Ehningen.

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