Bernd Riexinger ist Spitzenkandidat der Linken für die Landtagswahl 2016 Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Wer einen Politikwechsel in Baden-Württemberg wolle, müsse die Linke wählen: Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger sieht gute Chancen 2016 erstmals in den Stuttgarter Landtag einziehen zu können.

Stuttgart - Der Bundesvorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, sieht gute Chancen, mit seiner Partei 2016 erstmals in den Stuttgarter Landtag einziehen zu können. Die Enttäuschung über die grün-rote Regierungskoalition sei groß, glaubt der gebürtige Leonberger. In Umfragen pendelt die Linke in Baden-Württemberg derzeit zwischen vier und fünf Prozent.

„Der von vielen erwartete Politikwechsel unter Grün-Rot ist ausgeblieben“, sagte Riexinger, der zusammen mit der Mannheimer Stadträtin Gökay Akbulut als Spitzenkandidat in den baden-württembergischen Landtagswahlkampf ziehen wird. Erzieher, Alleinerziehende, Erwerbslose kämen praktisch nicht vor in der Landespolitik, kritisierte der frühere Gewerkschaftsfunktionär beim Redaktionsbesuch unserer Zeitung. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rede über Digitalisierung, Mittelstand und Ökologie, „aber nicht für diese Leute, die sich durchkämpfen müssen im Alltag“.

Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) erscheine „mehr als Buchhalter, denn als Sozialdemokrat und in der Steuerpolitik überholt er Wolfgang Schäuble (CDU) noch von rechts – da gehört viel dazu“, wettert Riexinger. Und Regierungschef Kretschmann sei schon „so etwas wie die grüne Reinkarnation von Erwin Teufel“.

Bei einem Einzug in den Landtag verschließe er sich einer grün-rot-roten Koalition nicht, wenngleich Grüne und SPD eine Zusammenarbeit mit der Linke bereits abgelehnt haben. „Für den Wähler ist es einfach: Reicht es nicht für Grün-Rot, sind beide bereit, mit der CDU ins Bett zu gehen“, sagt Riexinger. „Wenn sie eine ­Zusammenarbeit mit uns ausschließen, bleibt ihnen ja nichts anderes übrig. Und wir gehen ganz bestimmt nicht mit der CDU ins Bett.“

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