Eine Jury hat 1,5 Millionen Euro für die Aufwertung des Landschaftsparks Region Stuttgart verteilt.
Es gibt erfreuliche Nachrichten für die Freunde des Garnisonsschützenhauses in Stuttgart-Degerloch. Nicht nur, dass der Stuttgarter Gemeinderat vor Kurzem grünes Licht für die Sanierung des Ende des 19. Jahrhunderts errichteten historischen Gemäuers gegeben hat. Es beherbergte einst die Kantine und in einem Anbau die Scheibenwerkstatt des Schießplatzes Dornhalde der Königlichen Garnison Stuttgart.
Jetzt kommt eine weitere Aufwertung des Areals hinzu. Im Rahmen des vom Verband Region Stuttgart geschaffenen Programms Landschaftspark Region Stuttgart hat eine Jury beschlossen, einen Rundweg zur Natur und Umwelt auf der Stuttgarter Dornhalde mitzufinanzieren. Dabei sollen bestehende Biotope verknüpft und Aufenthaltsbereiche entwickelt werden.
12 Projekte werden 2025 gefördert
Der Rundweg ist eines von zwölf Projekten, die sich im laufenden Jahr in der Region Stuttgart über insgesamt 1,5 Millionen Euro Unterstützung vom VRS freuen dürfen. Traditionell hat Christine Baumgärtner, die Referentin für Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung beim VRS, in der ersten Sitzung des Planungsausschusses der Regionalversammlung die Wettbewerbssieger vorgestellt. Das Spektrum reicht von der Unterstützung für den Erlebnisspielplatz Rauffwäldle am Premiumwanderweg in Beuren (Kreis Esslingen) über die Schaffung eines Aussichtspunkts mitten in einem Solarpark im Landschaftspark Schönbühl in Weinstadt (Rems-Murr-Kreis) bis zum Bau einer Pumptrackanlage in Weissach im Tal, der den Juroren fast 300 000 Euro wert ist.
Noch deutlich mehr Geld, immerhin 480 000 Euro, bewilligten die Experten für eine Revitalisierung der Neckaraue bei Benningen am Neckar (Kreis Ludwigsburg), die eine wichtige Rolle bei der gemeinsam von Benningen und Marbach geplanten Gartenschau 2033 spielen soll. Dabei soll anstelle des existierenden, 1,9 Hektar großen, allerdings nicht mehr genutzten Sportplatzes ein ökologisch wertvoller Auenbereich entstehen.
Entlastung für die Herzogliche Kugelbahn
Kernen im Remstal wiederum bekommt Zuschüsse zum familienfreundlichen Rundwanderweg „Erlebnisweg Stetten“, der die Situation an der oft überlaufenen Herzoglichen Kugelbahn entspannen soll. In Ludwigsburg-Tamm soll der Holzweg, auf dem die Flößer einst von Tamm das Holz ins Ludwigsburger Schloss brachten, sichtbar gemacht werden. Die Bäume der geplanten Allee sollen dabei den Bereich zudem klimatisch aufwerten.
Mit 2800 Euro vergleichsweise gering bezuschusst wird dieses Mal ein Lieblingsprojekt der Regionalräte, das sich in früheren Jahren großer Unterstützung sicher sein konnte: Die Umbenennung, Aufwertung und Neugestaltung des 52 Kilometer langen, ehemaligen Museumsradwegs zwischen Weil der Stadt und Nürtingen ist weit fortgeschritten. Unter dem neuen Namen „Erlebnistour – Kulturlandschaft zwischen Heckengäu und Schönbuch“ erfreut er sich schon jetzt großer Beliebtheit. In diesem Jahr wird dort ein zusätzliches Haltestellenelement bei Herrenberg geschaffen.
Region hat bisher 28,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt
Seit 2005 gibt es nun den Wettbewerb zur Kofinanzierung von den Landschaftspark Region Stuttgart aufwertenden Maßnahmen. Mittlerweile hat die Region Projekte der Städte und Kommunen mit 28,5 Millionen Euro unterstützt. Bedingung für die Förderung ist, dass die antragstellende Kommune mindestens 50 Prozent der Baukosten übernimmt. Das Geld, das betonten alle Fraktionen, ist gut angelegt. Denn bei der Standortwahl von jungen Arbeitssuchenden gehören eine intakte Natur und ein wohnortnahes Freizeit- und Erlebnisangebot zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.