Die Landratswahl in Esslingen war ein Zweikampf zwischen dem Horber Oberbürgermeister Peter Rosenberger (links) und dem Rathauschef von Bissingen/Teck, Marcel Musolf. Foto: Ines Rudel

Die Wahl des Bissinger Bürgermeisters Marcel Musolf zum neuen Esslinger Landrat stößt im Kreistag überwiegend auf Zustimmung. Die Erwartungen der Fraktionen an ihn sind groß.

Der scheidende Landrat Heinz Eininger gratulierte seinem Nachfolger Marcel Musolf zur Wahl „in eines der schönsten Ämter, die es im Land zu vergeben gibt“. Der 39-jährige Bürgermeister von Bissingen darf dabei auf eine breite Unterstützung der Kreistagsfraktionen hoffen – und jenen Ratsmitgliedern, die ihn nicht gewählt hatten, bot der langjährige Kreisrat der Freien Wähler eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ in den kommenden Jahren an.

 

Wie ist es nach der Wahl um die Stimmung im Gremium bestellt? Natürlich zeigte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Sieghart Friz enttäuscht darüber, dass es für den eigenen Kandidaten Peter Rosenberger nicht gereicht hat. Der Horber Oberbürgermeister erhielt 40 Stimmen – und damit vier mehr, als ihm Schwarz-Grün rechnerisch hätte bringen können. „Er hat sich hervorragend präsentiert und wäre eine sehr gute Wahl gewesen“, sagte Friz nach der Abstimmung. Selbstverständlich respektiere man die demokratische Entscheidung. Vom neuen Landrat erhoffe sich die Union, dass dieser „fraktionsübergreifend zum Wohle des Landkreises agiert“.

Die Fraktionschefin der Grünen, Stephanie Reinhold, betonte: „Unsere Unterstützung für Peter Rosenberger wollen wir nicht als Geringschätzung für Marcel Musolf verstanden wissen, den wir als fairen und überzeugten Demokraten und kompetenten Kreistagskollegen kennen und der sich als Bürgermeister von Bissingen Kompetenz und Erfahrung erarbeitet hat. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

Linke: „Keine politische Richtungsentscheidung“

Die SPD ist nach Worten ihres Vorsitzenden Michael Medla sehr glücklich über die Wahl von Marcel Musolf, der die Fraktion „durch seine breite Kompetenz, sein modernes Führungsverständnis und seine klugen, zukunftsgerichteten Positionen“ überzeugt habe. Deshalb hatten ihm die Sozialdemokraten schon im Vorfeld der Wahl ihre Unterstützung zugesichert. Die Fraktion setzte auf seine Integrationsfähigkeit.

Auch die Linken haben nach Mitteilung ihres Fraktionsvorsitzenden Marc Dreher für Marcel Musolf gestimmt: „Er bringt die besten Voraussetzungen mit, um die Herausforderungen im Kreis erfolgreich anzugehen und einen konstruktiven Dialog zwischen den verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen im demokratischen Spektrum zu fördern.“ Doch Dreher betont auch: „Diese Wahl war aus unserer Sicht keine politische Richtungsentscheidung für den Landkreis.“